Dormagen (NGZ). Dormagen Eine sehr unangenehme Nachricht für die Dormagener Bürger teilte die Energieversorgung Dormagen (evd) am Donnerstag kurz vor dem Jahreswechsel mit: Der Strompreis wird ab dem 1. Januar 2007 um 1,61 Cent auf 14,14 Cent steigen. Das entspricht einer Erhöhung von rund 12,8 Prozent. Eine vierköpfige Familie muss bei einem durchschnittlichen Verbrauch von rund 3500 Kilowatt-Stunden im Jahr damit rechnen, im kommenden Jahr monatlich rund 6,90 Euro mehr für Strom auszugeben.
Ursprünglich wollte die evd die Preise mit 1,92 Cent noch deutlicher erhöhen (die NGZ berichtete). Mit diesem Antrag war das NRW-Wirtschaftsministerium jedoch nicht einverstanden und drosselte die Erhöhung auf 1,61 Cent. Die evd erhielt den Genehmigungsbescheid aus Düsseldorf am Donnerstag. Damit ist die Prognose von NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben, dass die Strompreise 2007 sinken, nicht eingetreten.
Sie hatte sich für eine Trennung von Stromlieferpreis und Netznutzungsgebühr stark gemacht, damit der Strompreis für den Kunden transparenter wird. Die Netzgebühren der evd hatte sie im November nur mit einer Kürzung von neun Prozent genehmigt, die in die Kalkulation des neuen Strompreises einfließen sollte. „Das ist auch geschehen“, betont evd-Geschäftsführer Rudolf Esser. Das neu festgesetzte Stromnetzentgelt habe sich „preisdämpfend“ ausgewirkt. Trotzdem komme das Dormagener Energieversorgungsunternehmen nicht an einer Erhöhung des Preises vorbei.
Als Hauptgrund für diese Entscheidung gibt die evd stark gestiegene Weltmarktpreise für Brennstoffe wie Öl, Kohle oder Gas an. Es sei richtig, dass die Preise in den vergangenen Monaten gefallen seien, gab Esser auf Nachfrage der NGZ zu. Deshalb sei es auch möglich, trotz der Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent die Gaspreise stabil zu halten. Für den Strompreis gebe es jedoch längere Vorlaufzeiten. Der Strom für 2007 habe bereits im Laufe des Jahres eingekauft werden müssen, zu einer Zeit, als die Brennstoffpreise noch sehr hoch gewesen seien.
„Ich gehe aber davon aus, dass die Spitze des Preishochs inzwischen überschritten ist - und wir deshalb auch den Strompreis mittelfristig wieder senken können“, so Esser. Immerhin 40 Prozent des Strompreises seien staatliche Abgaben, die durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer 2007 weiter in die Höhe getrieben würden.
„Mit ihren Strompreisen bewegt sich die evd weiterhin deutschlandweit im unteren Bereich“, betont Michael Hehemann, Vertriebsleiter der evd. Die evd unternehme viel, um die Auswirkungen der Energiepreisentwicklung auf die Kunden zu dämpfen. Die weltweite Nachfrage und die politische Instabilität belasteten die Energiepreise jedoch stark.
„Dies trifft Deutschland als Importland besonders“, sagt Hehemann. Die Energiepreise würden auch im kommenden Jahr ein beherrschendes Thema bleiben. Umso mehr lohne sich der bewusste Umgang mit Energie. „Gerade wurde hierzu ein neuer Online-Stromcheck auf der Internetseite www.evd-dormagen.de bereitgestellt“, so der Vertriebsleiter. Dort könnten Kunden ihr Verbrauchsverhalten ausführlich analysieren und Einsparmöglichkeiten erkennen.
Entsprechend dem bisherigen Verbrauchsverhalten wird die evd Anfang des Jahres die Abschläge ihrer Kunden anpassen. Dadurch sollen Nachforderungen in der nächsten Jahresrechnung vermieden werden. Alle Kunden werden in den nächsten Tagen schriftlich von der evd informiert.
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