Dormagen (NGZ). In der Sitzung des Aufsichtsrates der SVGD wurde das Bäderkonzept vorgestellt. Experte Dietmar Altenburg rät zu einem Hallenbad-Neubau anstatt der vorhandenen Bäder. Die Römer-Therme soll erhalten bleiben.
Das Geheimnis ist gelüftet. Dormagen wird wohl ein neues Hallenbad bekommen. Und zwar an dem bisherigen Standort an der Robert-Koch-Straße in Dormagen. Beide alten Hallenbäder werden abgerissen. Die Römer-Therme wird mit leicht veränderten Öffnungszeiten fortgeführt.
Das ist die Empfehlung der bekanntesten deutschen Bad-Experten. Dietmar Altenburg und Marco Steinert von der Altenburg-Beratungsgruppe (die NGZ berichtete). In der Aufsichtsratssitzung der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) nannten Altenburg und Steinert beeindruckende Fakten. So stellten sie schlicht und ergreifend fest: "Beide Hallenbäder sind marode."
Das weitere Vorgehen
Gestern wurde das Bäderkonzept den einzelnen Fraktionen und den einzelnen Ratsmitgliedern zugestellt.
Es ist beabsichtigt, dass Sport- und Schulausschuss in einer gemeinsamen Sitzung über das Konzept beraten. Die Entscheidung soll am 23. November im SVGD-Aufsichtsrat fallen.
Den Sanierungsbedarf in den kommenden zwei bis vier Jahren schätzen sie auf 6,5 Millionen Euro. Der Neubau eines Hallenbades mit deutlich niedrigeren Energiekosten und deutlich mehr Komfort von der Umkleide bis zum Lehrschwimmbecken kostet dagegen 8 Millionen Euro. "Das Grundstück des anderen Hallenbades könnten wir veräußern und damit einen Teil der Summe aufbringen", schlägt Aufsichtsratsmitglied und Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann vor. "Die jährlichen Defizite würden deutlich geringer", denkt SVGD-Aufsichtsratsvorsitzender Wiljo Wimmer MdL in die Zukunft.
Die Alternative wäre der Erhalt der beiden Hallenbäder, wobei mit den Investitionen keine Verbesserung verbunden wären, sondern nur der Erhalt. Altenburg rät ab. Ebenso übrigens von einem attraktiven Spaßbad mit Rutschen und Tunneln: "Die Konkurrenz in der Region ist zu groß.
Allerdings weisen die Gutachter eine weitere Alternative auf. Die Römertherme könnte auf den wirtschaftlich lukrativen Sommerbetrieb beschränkt bleiben und das neue Hallenbad bekommt für etwa eine Million Euro einen zusätzlichen Freibadbereich.
An der Römertherme mit dem "bundesweit sehr seltenen Angebot eines beheizten Sommer- und Winterfreibads" haben die Experten außer den zu langen Öffnungszeiten kaum etwas auszusetzen. Das vom TSV Bayer betriebene Bad werde wirtschaftlich und technisch sehr gut betrieben. Es lohne in jedem Fall, weiterbetrieben zu werden. Es fragt sich nur, ob weiter beim TSV Bayer, der das defizitäre Bad gerne an die Stadt abgeben möchte. Denkbar wäre auch eine Zuschussregelung der Stadt an den TSV. Laut SVGD-Geschäftsführer Ulrich Pfister soll am 23. November im Aufsichtsrat eine Entscheidung fallen. Nicht berührt von den Bäderkonzeptionen ist der Straberg-Nievenheimer Badesee.
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