Pläne für das Seniorenheim überarbeitet (NGZ). Von Petra Schiffer Nach Protesten der Anwohner wurden die Pläne für das Seniorenheim überarbeitet, das in Horrem entstehen soll. Die Markuskirche wird abgerissen. Anfang des nächsten Jahres will das Diakonische Werk nach monatelangen Verzögerungen mit dem Bau beginnen. Die Tage der Markuskirche sind gezählt: Nach den Sommerferien will das Diakonische Werk den Bauantrag für ein Seniorenheim einreichen, die noch einmal überarbeitet werden mussten. Anfang des nächsten Jahres soll der Baustart sein. NGZ-Foto: H. Jazyk
Als die evangelische Kirche in Horrem vor rund zweieinhalb Jahren erstmals ihre Überlegungen vorstellte, die Markuskirche in Horrem zu verkaufen, damit das Diakonische Werk im Rhein-Kreis Neuss nach einem Abriss dort ein Seniorenheim errichten kann, ging ein Aufschrei durch den Ort. Mit dem Gedanken, ihr Gotteshaus zu verlieren, haben sich die Protestanten inzwischen mehr oder weniger abgefunden - reibungslos lief die weitere Umsetzung des Projekts trotzdem nicht.
Die Anwohner protestierten gegen die Verkehrsführung rund um das Altenheim, beklagten die Zufahrt zu den Parkplätzen und mögliche Ruhestörungen - und das Vorhaben verzögerte sich um Monate. Jetzt hat das Diakonische Werk umgeplant und legt die neuen Entwürfe vor. Nach den Sommerferien soll der Bauantrag gestellt werden, damit Anfang des kommenden Jahres mit dem Abriss begonnen werden kann.
Anfragen für einen Platz im Seniorenheim gibt es bereits jetzt, erklärt Dr. Günter Türck, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks. Ursprünglich war eine Tiefgarage geplant, jetzt wird es einen überbauten Parkplatz geben, der hinter einer seitlich hochgezogenen Mauer versteckt wird, die mit Grün bepflanzt wird. Diese Lösung hat gleich zwei Vorteile: Besucherstrom und Anlieferverkehr zum Seniorenheim werden durch die Verlegung des Parkraums entkoppelt, so dass die Anwohner weniger belastet werden.
Außerdem ist dieser Parkplatz deutlich günstiger als eine Tiefgarage - die Baukosten reduzieren sich damit auf eine Summe von rund 6,2 Millionen Euro. Auch der Eingangsbereich wurde im Vergleich zum Altenheim in Kleinenbroich umgestaltet, das als Modell für das Gebäude in Horrem dient. Einen Garten, in dem Besucher und Bewohner spazieren gehen oder auf Bänken an der frischen Luft sitzen können, gibt es jetzt hinter dem Gebäude.
Dort wird auch ein speziell geschützter Bereich angelegt, den Demenzkranke über einen eigenen Aufzug erreichen können. In diesem Gartenteil können sie sich aufhalten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Seitlich des Eingangs sind Gemeinschaftsräume geplant, die nicht nur von Bewohnern und Besuchern, sondern von allen Mitgliedern der evangelischen Pfarrgemeinde genutzt werden können.
In einem Andachtsraum sollen Öllämpchen, Teile der Fenster, das Taufbecken und der Altar aus der Markuskirche aufgestellt werden, um den Gläubigen den Verlust des Gotteshauses zu erleichtern. Während im Erdgeschoss neben Küche, Wäscherei und weiteren Versorgungsräumen die Diakonie-Pflegestation und ein Büro für Seniorenberatung untergebracht werden sollen, wird es auf der ersten und zweiten Etage insgesamt 80 Einzelzimmer mit behindertengerechten Duschbädern geben.
Die Bewohner sollen in acht Gruppen in möglichst familienähnlichen Strukturen leben, mit kleinen Essräumen. „Das ist ein sehr modernes Konzept - weg vom Gemeinschaftssaal hin zur Hausgemeinschaft“, sagt Türck. Die Bewohner sollten sich außerdem so weit wie möglich an der Gestaltung ihres Alltags beteiligen.
Die evangelische Kirchengemeinde wolle mit dem Geld aus dem Verkauf der rund 4400 Quadratmeter großen Fläche, auf dem heute noch die Markuskirche steht, zunächst ihre Rücklagen auffüllen, die alle unter dem Soll seien, so Pfarrer Frank Picht. „Die nächste größere Reparatur in einem Gemeindezentrum kommt bestimmt“, sagt er.
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