Dormagen (NGZ). Am Schloss Arff fand am Wochenende das Festival "MitAfrika" statt. Besucher lernten afrikanische Kultur kennen und konnten selbst Musik machen, tanzen oder malen. Ein Highlight war der Auftritt der Gruppe "MamaAfrika".
Der afrikanische Künstler Fodé Camara aus Westafrika sitzt inmitten einer Gruppe erwartungsvoller Kinder. Sie alle wollen es einmal selbst ausprobieren, das Malen mit verschiedenfarbigem Sand. Camara ist einer der Mitwirkenden des "MitAfrika"-Festivals, das am Wochenende bereits zum sechsten Mal stattfand.
Afrikanische Künstler und Köche gaben den Besucher des zumindest am Samstag nicht besonders gut besuchten Festivals am Schloss Arff in Hackenbroich an der Stadtgrenze zu Köln einen Einblick in afrikanische Kultur und Geschichte. "Wir wollen den Besuchern unsere Heimat mit unserer Kunst näherbringen", sagt Camara. Organisator "Papa Afrika", Malick Diouf, betont, dass es sich bei der Veranstaltung nicht um einen Spendenaufruf handele. "Es soll kein Festival für Afrika sein, sondern ein Fest, bei dem die Besucher mit Afrika feiern", sagt er. Zum Beispiel mit Saliou MBaye. An einem der Stände rund um den aufgebauten afrikanischen Markt stellt er seine handgemachten Musik-Instrumente vor. MBaye kommt aus dem Senegal, er beschäftigt sich mit afrikanischer, australischer und indischer Musik. "Die Materialien zur Herstellung der Flöten, Trommeln und Percussion-Instrumente reichen von Holz über Büffelhaut bis zu Kürbisscheiben", erklärt MBaye.
"MamaAfrika"
Die Schlagzeug- und Rhythmus-Gruppe "Mama Afrika" wurde im Senegal gegründet. Die afrikanische Band begeistert mit afrikanischen Rhythmen, Gesang, virtuosem Tanz und atemberaubender Akrobatik. Die Künstler vermittteln Lebensfreude und wollen afrikanische Kultur und Musik präsentieren.
Beeindruckend sind auch die Werke des Künstlers Abdoulie Lemon. Eine seiner Figuren trägt den Namen "Unity". Das Werk wurde aus einem einzigen Stück Holz geschnitzt und zeigt eine Gruppe von Menschen, die einen Kreis bilden und sich dabei umarmen. "Die Figur symbolisiert den Zusammenhalt und die Kraft einer Familie", sagt Lemon. Dann zeigt er auf einen sorgfältig geschnitzten Hocker: "In Ghana wurde traditionell jedem Neugeborenen ein solcher Hocker geschenkt. Er hatte eine symbolische Bedeutung, die Menschen behielten ihn bis zu ihrem Tod. Er wurde ihnen sogar mit ins Grab gelegt", erklärt Lemon.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes bietet Awa Kandji-Bachtig afrikanisches Fingerfood, darunter eine ihrer Spezialitäten: Fataya, Teigtaschen, die mit verschiedenen Füllungen serviert werden.
Akrobaten und "MamaAfrica"
Kinder und Erwachsene konnten am Wochenende zudem an Tanz- und Trommelkursen teilnehmen, den Erzählungen des Geschichtenerzählers Ibrahima Ndiaye zuhören oder auch eine Akrobatengruppe erleben. Einer der Höhepunkte des Festivals war sicherlich der Auftritt der Gruppe "MamaAfrika" am Sonntagabend. "Erst durch den Erfolg der Band begannen wir, weitere Veranstaltungen zu planen. So entstand auch die Idee des Festivals ,MitAfrika'", sagt Malick Diouf.
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