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Dormagen: Flugzeugteile fielen vom Himmel

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 04.10.2007 - 21:56

Dormagen (NGZ). Stürzelberg „Ich war im Garten, hörte einen doppelten Knall und dachte ,da schießt einer aber schnell’“, erzählt Johannes Berkau. Der 81-Jährige, selbst Jäger, dachte zunächst an eine Krähen-Jagd, sah aber vor seinem Garten, der an die Oberstraße grenzt, nach. „Mitten auf der Straße lag ein etwa ein Mal ein Meter großes Metallteil“, erzählt Berkau, der an der Jahnstraße wohnt.

Teile der Triebwerksverkleidung verlor am Donnerstagmorgen ein solcher Airbus A 330, der mit 114 Fluggästen gerade in Düsseldorf mit dem Ziel Thessaloniki gestartet war. Wegen der Störung kehrte die LTU-Maschine um.  Foto: Hans Jazyk
Teile der Triebwerksverkleidung verlor am Donnerstagmorgen ein solcher Airbus A 330, der mit 114 Fluggästen gerade in Düsseldorf mit dem Ziel Thessaloniki gestartet war. Wegen der Störung kehrte die LTU-Maschine um. Foto: Hans Jazyk

Einen „dumpfen Knall“ hörte auch Heinrich Morgalla, der Düsseldorfer arbeitete gerade als Gärtner in einem Garten direkt neben der Aufschlagstelle am Ortsausgang.

„Ich war erschrocken, dachte, dass jemand in mein Auto gefahren ist. Auf der Straße erkannte ich sofort, dass das Teil von einem Flugzeug stammt. Dann sah ich, wie auf der Wiese zwischen Deichstraße und Rhein zwei weitere Teile wie Blätter vom Himmel fielen“, berichtet der 55-Jährige.

Ortswechsel: der Luftraum über Dormagen. Flug LT 230 der kürzlich von Air Berlin übernommenen Flugverkehrsgesellschaft LTU ist gegen 10.45 Uhr in Düsseldorf gestartet. Der Airbus A 330-300 gewinnt an Höhe. An Bord sind 114 Passagiere. Touristen, Geschäftsreisende und andere wollen nach Thessaloniki in Griechenland.

Info
Airbus A 330

Der zweistrahlige Airbus A 330 - 300 ist mit knapp 64 Metern Länge und rund 0 Metern Spannweite eines der größeren Modelle des europäischen Flugzeugherstellers Airbus. Zum ersten Mal hob der A 330 1992 vom Boden ab, Die LTU setzt ein Dutzend A 330 in zwei Varianten ein, der A 330-300 fliegt mit rund 360 Sitzplätzen.

In 800 bis 1000 Metern Höhe bemerkt die Crew im Cockpit aufgrund der Computer-Überwachung eine Störung. Das Großraumflugzeug kehrt nach Düsseldorf zurück. „Teile der Verkleidung des linken Triebwerks hatten sich gelöst“, erklärt LTU-Sprecher Marco Dadomo.

„Die Maschine ist in Düsseldorf sicher gelandet. Eine Gefahr für die Passagiere bestand nicht. Die Fluggäste sind ruhig geblieben, Panik gab es an Bord nicht“, so Dadomo. „Wir sind froh, dass am Boden niemand von den Teilen getroffen wurde.“

Die Stürzelberger hatten Glück. „Wenige Sekunden, nachdem ich das Flugzeugteil gesehen hatte, kam ein Auto konnte um das Stück herum kurven“, sagt Morgalla. Spuren auf der Straße hat der Aufschlag nicht hinterlassen. Dabei wiegen die beiden weißen Teile der Triebwerksverkleidung, die am Donnerstag in einer Garage der Dormagener Polizeiwache zwischengelagert waren, mehrere Kilogramm.

Zwei der außergewöhnlichen Fundstücke zeigt hier Polizist Dirk Thies auf der Dormagener Polizeiwache. Foto: Hans Jazyk

Die Fundstücke wirken an einigen Rändern wie abgerissen. Auf einem Stück ist „No Step“ zu lesen. Eines der Metallteile fand die Polizei auf einer Wiese neben der Deichstraße. „Bislang sind drei Stücke gefunden worden. Das kann aber nicht alles sein. Wir benötigen alle Teile, um die Ursache genau klären zu können“, erläutert Dadomo.

„Ich habe die Polizei angerufen und gefragt: ,Vermissen Sie ein Flugzeug’?“ sagt Johannes Berkau am Fundort. Schnell sei ein erster Streifenwagen erschienen. „Ich erhielt einen hoheitlichen Auftrag. ,Bitte passen Sie auf, dass niemand das Teil anfasst’, sagte eine Polizistin zu mir. Ich bin preußisch erzogen, blieb natürlich daneben stehen.“

Die Fluggäste von Flug LT 230 starteten gestern Mittag mit einer Ersatzmaschine nach Thessaloniki. Nun läuft die Suche nach der Ursache der „schweren Störung“, wie der Vorfall genannt wird. Das Bundesluftfahrtamt in Braunschweig als Aufsichtsbehörde wurde informiert.

Auch die Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung, ebenfalls in Braunschweig, hat die Arbeit aufgenommen. „Die Maschine ist sichergestellt. Wir haben zwei Mitarbeiter nach Düsseldorf geschickt. Um etwas zur Ursache zu sagen, ist es zu früh“, sagt Andreas Wilke, Sprecher der Bundesanstalt. Ein solcher Vorfall würde sich „äußerst selten“ ereignen.

Die Polizei bittet nun, weitere Funde unter 0 21 31 / 30 00 zu melden.

Quelle: NGZ


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