Zukünftige Nutzung des alten Nievenheimer Rathauses (NGZ). Von Chris Stoffels
Die evd hat ihr neues Domizil an der Mathias-Giesen-Straße bezogen - doch für das alte evd-Gebäude an der Bismarckstraße in Nievenheim ist noch keine Lösung in Sicht. Aus dem politischen Raum hat es einige Vorstöße für eine Nutzung als Bürgerhaus oder für die Kinderbetreuung gegeben, doch solche Pläne scheitern an der Finanzierbarkeit durch die Stadt. Vor zwei Jahren fiel die Entscheidung für den Neubau des Verwaltungsgebäudes der Dormagener Energieversorgers evd.
Seitdem bemüht sich der Vorstand der evd, die alte Zentrale, das frühere Nievenheimer Rathaus, zu vermarkten. "Die evd hat vielfache Initiativen ergriffen und sich auch professioneller Hilfe durch Makler und Banken bedient, um das Gebäude zu veräußern", berichtet Aufsichtsratsvorsitzender und stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Endres auf Anfrage gegenüber der NGZ. In erster Linie in Frage käme eine Nutzung als Bürogebäude. So auch der Nievenheimer CDU-Stadtverordnete Heinz Hahn: "Die Bausubstanz ist in Ordnung. Jede andere Nutzung als ein Bürogebäude würde allerdings sehr teuer." Als die Stadt Dormagen das ehemalige Nievenheimer Rathaus Mitte der achtziger Jahre an die damalige GWF, Vorgängerin der evd, verkauft hat, wurde es mit hohem Aufwand von Grund auf saniert und als Bürogebäude hergerichtet.
Doch die evd ist allerdings nicht auf den Verkauf als Bürogebäude fixiert: "Wir würden auch eine Teilung des Hauses in drei Eigentumswohnungen begrüßen oder könnten uns mit einer Vermietung des Komplexes anfreunden", so Endres. Der Kaufpreis soll rund eine Million Euro betragen. Während sich die evd um einen Verkauf oder eine Vermietung ihres früheren Domizils bemüht, werden Wünsche aus den Reihen der Politik für diverse Nutzungen laut. Unverdrossen hält das Zentrum an seinem Wunsch fest, die Stadt möge das Gebäude zurückkaufen. Das frühere Rathaus könnte nach diesen Vorstellungen in ein "Haus der Generationen" im Sinne eines Bürgerhauses umgewandelt werden, zum anderen könnte dort die Außenstelle der Stadtverwaltung arbeiten.
Zentrums-Vorsitzender Gerhard Woitzik: "Es wäre nicht verantwortbar, wenn dieses geschichtsträchtige ehemalige Rathausgebäude nicht wieder in das Eigentum der Stadt zurückgeführt und wiederum für öffentliche Zwecke genutzt würde." Doch sowohl die Stadt als auch die großen Parteien sehen dazu keine Möglichkeit der Finanzierung durch die Stadt. SPD-Fraktionsvorsitzender Robert Krumbein: "Die derzeitige Finanzlage der Stadt lässt keinen Rückkauf zu." Die SPD hatte zwischenzeitlich eine Nutzung als Betreuungsstätte für Kindergartenkinder erwogen. Krumbein: "Mittlerweile hat sich in unserer Fraktion die Erkenntnis durchgesetzt, dass zum einen Betreuungsangebote besser an Schulen angegliedert werden und im übrigen die Erweiterung eines Kindergartens für einen bestimmten Zeitraum billiger wäre als Kauf und Umbau des früheren Rathauses."
Auch Überlegungen, einer in Bedrängnis geratenenen privaten Musikschule den Komplex anzubieten, hat sich zerschlagen: Die Musikschule baut jetzt in Nievenheim neu. Zwischendurch wurde auch spekuliert, dass das evd-Gebäude als Erweiterung für die Gesamtschule dienen würde. Davon allerdings, so versichert Fachbereichsleiter Schule, Kultur, Sport, Heinz Pankalla, sei im Rathaus nichts bekannt. Auch für Krumbein wäre das nicht unbedingt wünschenswert: "Die Gesamtschule sollte fünfzügig bleiben. Wenn eine Erweiterung notwendig werden sollte, dann nur im Sinne einer weiteren Differenzierung." Eine Verkauf des Gebäudes von Seiten der evd an ihren Mehrheits-Anteilseigner Stadt zu Sonderkonditionen kommt aus rechtlichen und steuerlichen Argumenten nicht in Frage. Endres: "Das wäre eine verdeckte Gewinnausschüttung, für die sich dann das Finanzamt interessieren würde."
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