Dormagen (NGZ). Dormagen Ohne Auslandsaufenthalt, ohne gründliche Sprachkenntnisse oder ohne Auslandssemester läuft in vielen Berufen kaum noch etwas. Die Aussichten, eine Stelle ohne diese Sprach- oder Auslandserfahrung zu bekommen, sinken dramatisch.
Doch was sind die erfolgreichsten Wege für einen Job in den USA, ein Semester an der Sorbonne in Paris oder ein Au-Pair-Jahr in Neuseeland? Robert Helm-Pleuger weiß Rat. Er kam von der Koordinierungsstelle des europäischen Jugendinformations-Netzwerkes „Eurodesk Deutschland“ in die Kulturhalle, um dort vor zahlreichen Schülern Dormagener Schulen Möglichkeiten für den Auslandsaufenthalt aufzuzeigen. Einige der Wege ins Ausland:
- Der europäische Freiwilligendienst bietet für maximal ein Jahr gemeinnützige Arbeit in sozialen oder Umwelt-Projekten. Er ist nicht als Zivildienst oder Praktikum anerkannt.
Eurodesk
Informationen zu allen Formen der Auslandsaufenthalte gibt es bei dem Jugendinformations-Netzwerk Eurodesk in Bonn. Es ist zu erreichen unter der Hotline: 02 28/9 50 62 50 oder im Internet unter www.rausvonzuhaus.de
- Auch das Freiwillige soziale Jahr kann im Ausland absolviert werden und wird hier als Zivildienst anerkannt. Alter: 19 bis 29 Jahre.
- Speziell für Wehrdienstverweigerer gibt es einen Dienst im Ausland, der über anerkannte soziale Vereinigungen organisiert wird.
- Europäische Freiwilligendienste gibt es in unterschiedlichen Formen als Workcamps, in christlichen Austauschprogrammen und als Friedensdienste vorwiegend in der Entwicklungshilfe.
- Viele junge Männer und Frauen suchen Au-Pair-Stellen, insbesondere, um die Sprache zu lernen. Eine solche Stelle sollte für mindestens ein Jahr eingeplant werden; der Referent empfahl dazu spezielle Au-Pair-Dienste, die bei Problemen einen Stellenwechsel ermöglichen.
- Jobs für Schüler und Studenten werden im Ausland vor allem in den Bereichen Tourismus, Gastronomie, Landwirtschaft, Messen und Großereignisse zum Beispiel Sportbereich (Weltmeisterschaft) gesucht.
- Praktika sind im Ausland weitgehend unbekannt. Es gibt aber mittlerweile eine Informations- und Stellen-Börse, die solche zeitlich begrenzten Arbeiten in ausländischen Unternehmen vermittelt.
- Sehr verbreitet sind mittlerweile Auslandsstudien. Wer das komplette Studium im Ausland absolviert, kann nicht mit Förderung (Bafög) rechnen, anders als bei einigen Auslandssemestern. Für das Studium gibt es zahlreiche Austauschprogramme.
Zu Beginn der Veranstaltung hatten Bürgermeister Heinz Hilgers und Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke auf die Bedeutung der Auslandserfahrungen für junge Menschen hingewiesen.
Was unter Adenauer und De Gaulle mit der deutsch-französischen Freundschaft auf politischer Ebene begonnen habe, sei mittlerweile ein reger Austausch zwischen den Menschen, insbesondere den Jugendlichen, geworden. Petrauschke: „Europa kann nur zusammenwachsen, wenn sich die Menschen besser kennenlernen und sich gegenseitig besuchen.“ Sowohl Dormagen wie auch der Rhein-Kreis pflegen dazu vielfältige Beziehungen von Polen bis Israel, von Frankreich bis Portugal, von Slowenien bis nach Spanien, von Mexico bis Wuxi in China.
Wie Partnerschaft konkret praktiziert wird, zeigten drei Schulen anhand ihrer Kontakte auf. Detlev Klein stellte die Verbindungen des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden zu der Partnerschule in Venlo und die gemeinsamen Besuche europäischer Einrichtungen in Straßburg vor.
Ernst Bizer, Leiter des Berufskollegs in Neuss präsentierte die vielfältigen Beziehungen mit entsprechenden Business-Klassen. Renate Rahnenführer ließ eindrucksvoll die Kontakte zwischen dem Bettina-von Arnim-Gymnasium und einer Schule in Krakau Revue passieren. Die Jugendlichen in der Kulle waren auf den Geschmack gekommen und hatten einen regen Informationsbedarf.
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