Dormagen (NGZ). Dormagen/Göynük In glänzenden silbernen und großen Lettern steht GÖYNÜK am Stadttor geschrieben - gerade einmal 30 Kilometer von der Hafenstadt Antalya entfernt liegt sie, die neue Partnerstadt Dormagens in der Türkei. Nachdem bereits eine türkische Delegation zu Besuch in Dormagen war und auch die Stadt um Bürgermeister Heinz Hilgers sich ein Bild von der türkischen Idylle machen konnte, reiste nun eine erste Schulklasse nach Göynük auf Studienfahrt und damit in eine vollkommen andere Welt.
Unterwegs mit Dolmetschern
Rückblick: Lange dauerten die Diskussionen am Norbert-Gymnasium Knechtsteden (NGK), wohin es denn für die Leistungskurse „Sowi“, Erdkunde und Biologie in ihrem letzten Schuljahr auf Studienfahrt gehen sollte. Durch Zufall erfuhr der NGK-Lehrer Herbert Schlömer dann vom Hackenbroicher Spediteur Serif Tiras, dass die Dormagener Partnerstadt Göynük eine Schulklasse sucht, die in die Türkei reist um die Idylle am Mittelmeer zu erkunden.
Es wurde nicht lange gefackelt und das Ziel für die Fahrt stand fest. Das einzige Problem war die Sprachbarriere. Doch auch hier wusste man sich zu helfen: Die Initiatorin der Partnerschaft Ayfer Gögercin, ihre Schwester Gülfer, Reiseleiter Kaya Karatas und Serif Tiras begleiteten die 37 Klosterschüler und die drei betreuenden Lehrer auf ihrer Reise in die Türkei - das Problem der Verständigung war somit gelöst.
Die Stadt Göynük
Der eigentliche Ort Göynük liegt zwischen der Hauptstraße Antalya-Kemer und den Bergen. Göynük hat sich inzwischen zur Kleinstadt entwickelt, mit eigener Stadtverwaltung, neuen breiten Straßen und einem sehr engagierten Bürgermeister.
Ayfer Gögercin reiste im Auftrag von Bürgermeister Hilgers mit - er selbst wird wohl im Oktober nach Göynük reisen. Bereits bei ihrer Ankunft im Hotel „Belvista“ wurden die Schüler besonders herzlich empfangen. Der überaus engagierte und überall sehr geschätzte Bürgermeister der Stadt Göynük, Necati Topaloglu, ließ es sich nicht nehmen die Dormagener persönlich zu begrüßen. Die ganze Woche über nahm er sich frei und betreute die NGK-Delegation überaus liebevoll - die Amtsgeschäfte mussten warten.
Damit die Studienfahrer die besondere Schönheit der Region Antalya kennenlernen und Einblicke in die türkische Kultur erlangen konnten, hatten der Bürgermeister und Reiseleiter Karatas ein grandioses Programm auf die Beine gestellt. Eine Seilbahnfahrt auf 2370 Meter Höhe, die „Blaue Reise“, eine Schiffstour nach „Phaselis“, „Ücadalar“, „Olympos“ und in die Paradiesbucht „Cennet Koyu“ eröffneten die Studienfahrt der Superlative. Am vierten Tag begrüßten die Knechtstedener dann mit Necati Topaloglu einen Kindergarten und eine Grundschule aus der Sommerpause zurück.
Hier wurde die besondere Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Türken erst so richtig deutlich: Nachdem die Dormagener auf einer Bühne vor der gesamten Schülerschaft der Grundschule empfangen wurden, stürmten die jungen Türken auf die Studienfahrer zu. Küsschen, Autogramme und Fotos waren es, was die Kleinen erwarteten und ohne Zögern bekamen. Über eine Stunde dauerte dieses unglaubliche Szenario an - ein Schritt im interkulturellen Austausch war getan, die Knechtstedener waren sprachlos von der Herzlichkeit der türkischen Kinder. „So etwas habe ich in meinen Leben noch nicht gesehen. Ich war zu Tränen gerührt“, berichtete die 20-jährige Sabrina Lüdecke.
Bericht in türkischer Zeitung
Die türkische Zeitung „Kemer Gözcü“ titelte zu diesem Szenario „Eine unglaubliche Geste der Dormagener Schüler in Göynük“. Ein Musicalbesuch im Amphitheater von „Aspendos“, eine Wanderung durch den „Göynük Canyon“ und mehrere Diskoabende rundeten das Programm der Studienfahrt ab.
Bei einer Reise ins türkische Inland und der Möglichkeit zu türkischen Abendessen wurde die „fremde“ Kultur weiter nahegebracht. Und überall wo die Dormagener Schüler in Göynük auftauchten riefen die Bürger laut „Hallo Dormagen!“. Man freute sich sichtlich über den europäischen Besuch - vor allem Necati Topaloglu ließ sich nicht lumpen. Zum Abschied flossen auf beiden Seiten der Städtepartnerschaft reichlich Tränen. „Wir sehen uns wieder“, verabschiedete sich Göynüks Bürgermeister gerührt.
Am Samstag in der NGZ:
Interview Mehr als ein . . .
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.