Dormagen (NGZ). Neu in der Chirurgischen Klinik des Kreiskrankenhauses in Dormagen: Jetzt Komplett-Versorgung für ältere Menschen, die einen Bruch erleiden. Beachtet werden Begleiterkrankungen und soziale Versorgung.
Die alte Frau S. aus Straberg hat es böse erwischt. Ihr war plötzlich schwindelig geworden, sie fand keinen Halt mehr, ist gestürzt. Sie brach sich den Oberarm nahe dem Schultergelenk. Ein Schicksalstag für die über 80-Jährige. Sie wird ins Kreiskrankenhaus Dormagen eingeliefert. Und dort ist plötzlich alles anders als erwartet. "Schon bei der Aufnahme klären wir das gesamte Umfeld", erläutert Dr. Henning Langwara, Chefarzt der Chirurgie in der Hackenbroicher Klinik. Er behandelt rund 500 Menschen über 65 Jahre im Jahr, die sich ein oder gleich mehrere Gliedmaßen gebrochen haben.
Ein Internist wird herbeigerufen, möglicherweise ein Neurologe. "Wir müssen abklären, ob eine Begleiterkrankung ursächlich war, um erneute Stürze zu vermeiden." Herzrhythmusstörungen kann eine solche Ursache für den Sturz sein, der Schwindel bei der alten Frau S. könnte eine neurologische Ursache haben. Nicht selten haben die älteren Menschen Diabetes.
Ansprechpartner
Ansprechpartner für die Alterstraumatologie ist der Chefarzt der Chirurgie, Dr. Henning Langwara, Tel. 02133- 66-2354
oder die Zentrale Notaufnahme, Tel. 02133/ 66-2330
oder das Case-Management in der Chirurgie, Tel. 021133/ 66-2517. Unter dieser Nummer ist auch Michaela Schattke zu erreichen.
Langwara wird schnell operieren. "Mit neuen haltbaren und stabilen Implantaten können wir gewährleisten, dass sich die Patienten wieder gut bewegen können", so der Chirurg. Und die Bruchstelle ist geschützt. Am nächsten Tag beginnt breits die Krankengymnastik. "Wir sehen zu, dass die Patienten möglichst schnell aus dem Bett kommen." Es gilt auch Thrombosen oder Lungenentzündungen zu vermeiden.
Die alte Frau S. macht vor allem die Bekanntschaft von Michaela Schattke. Die 42-Jährige war früher Krankenschwester in der Unfallchirurgie und ist heute Case-Managerin in der chirurgischen Klinik. Sie spricht zunächst mit Frau S., die bisher alleine lebte. "Jetzt geht es darum, zu sehen, ob sie auch weiter dazu in der Lage ist", berichtet Michaela Schattke. Bei Frau S. bestehen keine Bedenken. "Sie ist noch fit, ihre Tochter sieht regelmäßig nach ihr, sie kann sich selbst versorgen", so die Case-Managerin.
Bei anderen muss das Leben nach der OP geregelt werden. Möglicherweise in einem Altenheim, eventuell in einer Demenzeinrichtung. Michaela Schattke organisiert die Reha, spricht mit der Familie.
Alterstraumatologie heißt dieses Konzept der Chirurgischen Klinik. Nur wenige Kliniken verfügen über diesen ganzheitlichen Ansatz in diesem Bereich. Langwara: "Es hängt kein Schild am Haus, es gibt keine Zertifizierung". Doch er hofft dass die Kreisklinik zu den ersten gehört, wenn es soweit ist.
Dieses Konzept der Alterstraumatologie hat einen besonderen Charme: Sie entlastet die Kassen. Langwara: "Die Patienten werden früher aus der Klinik entlassen, weil von vorneherein auf das Ziel Entlassung hingearbeitet wird." Und es wird vermieden, dass mit neuen Brüchen ein immer neuer Drehtüreffekt entsteht.
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