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Dormagen: Hilfrich und der Silbersee

VON MARGARETHE PLUTA - zuletzt aktualisiert: 07.03.2008 - 21:30

Dormagen (NGZ). Das Unternehmen Hilfrich Hydraulik GmbH will expandieren und das Firmengelände verdoppeln. Dafür ist Paul Hilfrich jedoch auf das Silbersee-Gelände angewiesen. Da RWE nicht verkaufen möchte, soll die Stadt vermitteln.

Mitarbeiter Lutz Hosang prüft eine Antriebswelle , die in die Turbine eines 
Wasserkraftwerks in Indien eingebaut werden soll. Die Antriebswelle ist nur 
eine von zahlreichen Aufträgen, die das Unternehmen Hilfrich Hydraulik aus dem 
Ausland erhält. Foto: NGZ
Mitarbeiter Lutz Hosang prüft eine Antriebswelle , die in die Turbine eines Wasserkraftwerks in Indien eingebaut werden soll. Die Antriebswelle ist nur eine von zahlreichen Aufträgen, die das Unternehmen Hilfrich Hydraulik aus dem Ausland erhält. Foto: NGZ

Dormagen Mehrere Meter lange und hohe Maschinen schleifen, bohren und fräsen an fast genauso großen Metallstücken. Es ist laut und es riecht nach Öl.

Während die Maschinen Metallspäne in schier unendlichen Mengen durch die Luft wirbeln, lassen die Mitarbeiter, die konzertriert per Knopfdruck justieren, die Metalrohlinge nicht aus den Augen. Das dürfen sie auch nicht, denn in der Halle der Firma Hilfrich Hydraulik GmbH werden Großteile für den Maschinenbau mechanisch bearbeitet.

Und die können leicht mehrere Hundertausend Euro kosten. Die Auftragslage bei Hilfrich ist sehr gut ist, das Unternehmen will jetzt expandieren. „Am liebsten würde ich die Firma verdoppeln“, sagt geschäftsführender Gesellschafter Paul Hilfrich.

Info

Erfolgsgeschichte

1936 von Bernhard Hilfrich in Düsseldorf gegründet, ist Hilfrich Hydraulik heute ein Unternehmen, das vor dem Hintergrund steigender Marktanforderungen mit dem Inhalt anspruchsvoller Technologie weltweite Anerkennung gefunden hat. Innovationsfähigkeit und Qualitätsbewusstsein sind dabei die Garanten des Firmenerfolges.

Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Samstag ein Porträt über Paul Hilfrich.

Da er jedoch weder rechts noch links von seinem Gelände anbauen kann - da dort andere Firmen ihren Sitz haben - bleibt nur noch das Silbersee-Gelände im hinteren Firmenbereich. Doch das ist zum großen Teil belastet.

Paul Hilfrich würde trotzdem gerne ein rund einen Heckter großes Gelände RWE abkaufen und zwar in einem weniger stark kontaminierten Bereich. Dort möchte er eine weitere Halle bauen.

„Das sehe ich als die einzige Möglichkeit, um die Firma zu vergrößern“, betont der 62-Jährige. Doch dieses Areal möchte RWE nicht verkaufen. Die Situation ist verfahren.

Jetzt hat sich die Stadt Dormagen eingeschaltet. Sie soll nach Lösungsmöglichkeiten für Hilfrich suchen und mit RWE Kontakt aufnehmen. Schließlich gehen mit dem Unternehmen zahlreiche Arbeitsplätze einher. So hat Paul Hilfrich momentan 100 Mitarbeiter beschäftigt.

„Und ich bin dringend auf der Suche nach weiteren 30 Fachkräften“, erklärt der Geschäftsmann. Auf diese wäre Hilfrich dringend angewiesen, wenn er weiter expandieren will.Aber auch in diesem Punkt fühlt er sich hilflos.

„Es gibt einfach keine qualifizierten Kräfte - selbst im dem Ballungszentrum Köln-Düsseldorf“, weiß der Neusser. In erster Linie sucht er Zerspanungs- und Industriemechaniker, aber auch Maschinenbauer, Ingenieure und Hilfskräfte.

Während die Stadt bei der Personalsuche nicht behilflich sein kann, versprachen Gabriele Böse und Hans-Gerd Knappe von der Wirtschaftsförderung, sich um das Raumproblem zu kümmern.

Paul Hilfrich hat schon konkrete Vorstellungen: „Momentan fertigen wir Maschinenteile, die bis zu 100 Tonnen schwer sind“, erklärt Hilfrich. Damit meint er beispielsweise große Generatorwellen für Ölplattformen, oder eine Verbindungswelle für ein Wasserkraftwerk in Indien, das gerade in der Fertigstellung ist.

Aber auch Haupt- und Seitenzylinder für Freiformschneidepressen, spezielle Kolben für die Sandverdichtung in den Emiraten, wo Sandinsel für Bauprojekte geschaffen werden, oder U-Boot-Peleskope werden auf dem 9000 Quadratmeter großen Firmengelände gefertigt. Allerdings: nicht schwerer als 100 Tonnen.

In Zukunft kann sich Paul Hilfrich vorstellen noch größere und schwerere Maschinenteile zu bearbeiten. Diese könnten dann allerdings nicht mehr mit Lastwagen transportiert werden.

Und da kommen wieder das Silbersee-Gelände und auch die Industriebahn ins Gespräch. So überlegt Hilfrich, ob ein Gleisanschluss und eine Zusammenarbeit mit den Kölner Hafenbetrieben möglich wären.

„Mich würde vor allem interessieren, ob ich die Industriebahn mit einem Kran überbauen könnte und wie zuversichtlich die Industriebahn arbeitet“, sagt der Firmenchef.

Fragen, die Gabriele Böse und Hans-Gerd Knappe nicht direkt beantworten konnten. „Wir werden uns aber erkundigen“, versprachen sie. Und auch dem Silbersee-Gelände wollen sie sich annehmen.

Von Seiten der Dormagener Wirtschaftsförderung bestehe durchaus Interesse, Hilfrichs Wünschen nachzukommen. „Wir werden unser Bestes versuchen“, versicherte Gabriele Böse.

Falls die Gespräche mit RWE weiterhin erfolglos verlaufen, wird Paul Hilfrich weiterhin lukrative Kunden abweisen müssen. Denn ein Umzug, kommt für den Unternehmer aus Leidenschaft - im Moment zumindest - nicht in Frage.

Quelle: NGZ


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