Dormagen (NGZ). Dormagen Die Entscheidung naht. Und die lässt die etwa 90 Beschäftigten der FEAG (Fertigungscenter für Elektrische Anlagen GmbH) an der Hamburger Straße in Dormagen in einem Wechselbad der Gefühle schwanken zwischen Hoffen und Bangen.
In der kommenden Woche soll die Entscheidung fallen, wie es mit dem Unternehmen, das früher mehrheitlich zum Siemens-Konzern gehörte, weitergeht. Das Unternehmen hatte erst zu Beginn des vergangenen Jahres in Dormagen die Fertigung von High-Tech-Schaltanlagen mit damals 110 Beschäftigten aufgenommen.
In der kommenden Woche tagt der Gläubigerausschuss unter dem Vorsitz des Insolvenzverwalter Dr. Siegfried Beck in Nürnberg. Die FEAG hat ihren Hauptsitz in Erlangen. Beck will zurzeit keine Stellung nehmen zu dem Stand des Verfahrens, verweist auf die entscheidende Sitzung Ende kommender Woche. Offenbar gibt es drei potenzielle Interessenten, die zur Übernahme des Unternehmens bereit sind. Das bestätigt auf Anfrage der Erlanger IG-Metall-Bevollmächtigte Wolfgang Nicklas gegenüber der NGZ, NBicklas ist ebenfalls Mitglied im Gläubigerausschuss. Auch er will zu Details keine Stellung nehmen. Ursprünglich war von sechs potenziellen Investoren die Rede.
FEAG GmbH
Die FEAG hatte im Juni Insolvenz angemeldet. Zum 1. August wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Seitdem wird nach einerLösung gesucht. Die ursprünglich Muttergesellschaft Siemens, nach wie vor größter FEAG-Auftraggeber, hatte ihren Mehrheitsanteil von 51 Prozent verkauft, die Mehrheit erhielt die Interschalt AG, Siemens einen Minderheitsanteil.
Dem Vernehmen nach soll zurzeit die besten Übernahmechancen eine Gruppe von Finanz-Investoren haben. Allerdings sieht ein großer Teil der Belegschaft dieses mögliche Engagement mit wenig Begeisterung. So ist von „Heuschrecken“ die Rede, die offenbar den Betrieb innerhalb von sechs bis acht Jahren sanieren wollen, um ihn dann gewinnbringend zu veräußern.
Offensichtlich besteht bei den Arbeitnehmer-Vertretern im Gläubigerausschuss wenig Interesse, einer solchen Lösung zuzustimmen. Auf der anderen Seite gibt es wohl Übernahme-Interessenten, deren finanzielle Seite sich nicht so positiv darstellt wie bei den Finanz-Investoren, denen jedoch an einem dauerhaftem Weiterführen des Unternehmens und der Fortentwicklung des Schaltanlagen gelegen ist.
Sie wollen die im Kern gesunde Firma weitgehend in der heutigen Form weiter am Markt platzieren und die guten Chancen im Know how der FEAG weiter ausbauen. Grundsätzlich zeigt sich Nicklas an einer solchen dauerhaften Lösung deutlich mehr interessiert. Er vermag jedoch nicht abzuschätzen, ob dafür eine Mehrheit im Gläubigerausschuss gefunden werden kann.
Die Produktion der FEAG mit noch etwa 400 Mitarbeitern in Deutschland - darunter 90 in Dormagen - ist nach Angaben von Beck und Nicklas gut, die Nachfrage nach den hochtechnisierten Schaltschränken profitiert von der guten Konjunktur.
Die Dormagener Betriebsratsvorsitzende Monika Duffner hofft, „dass ein mittelständisches Unternehmen zum Zuge kommt, das es mit dem Betrieb ernst meint und nicht nur ein Interesse daran hat, mit uns möglichst bald Kasse zu machen“. Sie erwartet vom Gläubigerausschuss, dass er auch die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt und nicht nur die finanzielle Ausstattung.
Die FEAG war erst zum Jahreswechsel 2005/06 aus beengten Verhältnissen in Köln in eine neue Fertigungshalle mit Bürotrakt im Top-West-Gebiet umgezogen.
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