Einsatz für Freilaufflächen (NGZ). Die Dormagener CDU war vor den Sommerferien mit ihrem Antrag gescheitert, Freilauf-Flächen für Hunde im Stadtgebiet auszuweisen: Sieben Mitglieder stimmten im Bauausschuss gegen diese Initiative - damit war der Vorstoß zunächst vom Tisch.
Doch damit will sich die Union nicht zufrieden geben. Sie bereitet bereits einen neuen, konkreteren Antrag vor. „Wir setzen uns auch weiterhin für diese Freilaufflächen ein“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer. „Für den nächsten Ausschuss werden wir deshalb die Fläche hinter dem Deich in Zons vorschlagen.“ Der Hintergrund ist ein immer mehr eskalierender Streit zwischen Freizeitsportlern wie Joggern, Walkern, Radfahrern oder Spaziergängern auf der einen und Herrchen und Hund auf der anderen Seite, den die CDU beobachtet haben will. Die Vierbeiner verfolgten die Sportler. Viele Menschen fühlten sich sogar bedroht - und machten ihrem Ärger oft lautstark Luft, so dass es zu Auseinandersetzungen komme, mit denen sich zum Teil sogar schon die Polizei befasst habe.
„Da es oftmals an einem vernünftigen Miteinander mangelt, sahen wir für die CDU-Fraktion Handlungsbedarf, um dieses Konfliktpotenzial zu entschärfen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende. Und die große Resonanz habe die Union in diesem Weg bestärkt. Bei der CDU hätten sich zahlreiche Bürger gemeldet, die den Streit zwischen Herrchen und Hundgeplagten bestätigten und die politische Initiative begrüßten. Deshalb wolle sich die Union noch nicht geschlagen geben, trotz der politischen Schlappe im Bauauschuss. Besonders die SPD habe sich als „massiver Gegner des Antrags“ erwiesen, kritisiert Wimmer. Dabei seien die Argumente der Sozialdemokraten nicht überzeugend. Die Rechnung für die Umzäunung eines rund 5000 Quadratmeter großen Geländes, die von der SPD mit 30 000 Euro beziffert wurde, sei „völlig aus der Luft gegriffen“, so Wimmer. Die Einzäunung des provisorischen Parkplatzgeländes in Zons habe gerade einmal 1200 Euro gekostet.
Auch den Einwand, der Platz könne zu einer Hundetoilette verkommen, will die CDU nicht gelten lassen. „In vielen Städten sind solche Freilaufflächen schon Gewohnheit und äußerst beliebte Treffs der Hundefreunde und sozial anerkannt“, betont Wimmer. Einem erneuten Antrag für Freilaufflächen gibt Heinz Jendrny, Sprecher der SPD im Bauauschuss, keine größeren Erfolgschancen als dem ersten Versuch. „Ich halte das nach wie vor für Quatsch“, sagt er. Er sehe durchaus, dass es wenige unverantwortliche Hundebesitzer gebe, die ihre Vierbeiner nicht im Griff hätten und so andere gefährdeten. Mit einem „Laufstall für Hunde“ könne dieses Problem aber nicht gelöst werden. Auch von härteren Strafen und Regeln für Hundehalter hält er wenig. „Ich glaube, in diesem Fall ist die Kommunalpolitik einfach nicht der richtige Ansprechpartner“, meint er. (PeS)
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