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Dormagen: Ich kann dich sehen!

VON PETRA SCHIFFER - zuletzt aktualisiert: 28.12.2006 - 21:28

Dormagen (NGZ). Dormagen In den Vorräumen von Banken und Sparkassen sind sie Standard, an vielen Tankstellen oder in Parkhäusern inzwischen ein gewohnter Anblick. Zunehmend tauchen Überwachungskameras in Dormagen aber auch an Eingängen von Privathäusern oder Wohnanlagen auf. Was dem Bewohner Sicherheit vermittelt, bereitet dem Nachbarn jedoch häufig Unbehagen: Er fühlt sich gegen seinen Willen beobachtet und kontrolliert.

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Datenschutz

Fragen zum Thema Überwachungskameras beantwortet die Datenschutzbeauftragte der Stadt Dormagen, Brigitte Pfeiffer, unter der Telefonnummer 0 21 33 / 257 358.

„Das ist in Dormagen ein wachsendes Problem“, sagt Brigitte Pfeiffer, Datenschutzbeauftragte der Stadt Dormagen. „Ich werde immer häufiger um Rat gefragt, was in diesem Bereich erlaubt ist und wann Persönlichkeitsrechte verletzt werden.“

In Hackenbroich hatte ein Hausbewohner eine Video-Kamera über seiner Garage installiert. Sie sollte den Vorgarten im Auge behalten, weil sich der Eigentümer immer wieder über Hundebesitzer ärgerte, deren Vierbeiner ihr Geschäft zwischen den Blumen verrichteten. Die Kamera hatte jedoch auch den Wohnungseingang auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Blick - und dieser Nachbar war alles andere als begeistert, dass sein Gegenüber beobachten konnte, wann er sein Haus verließ. „In diesem Fall war das Problem dem Hundebeobachter gar nicht bewusst gewesen - und es war eine Einigung möglich“, sagt Pfeiffer.

Bei einem anderen Fall in Horrem war die Situation nicht so einfach. Dort hatte ein Hausbewohner eine Kamera auf der Terrasse installiert, die seinen Garten überwachen sollte, weil er Angst vor Vandalen hatte. Die Kamera war jedoch mit einem Bewegungsmelder ausgestattet, der jedes Mal, wenn nur einige Blätter durch die Luft flogen, das Licht einschaltete und die verdächtigen Bewegungen heranzoomte - auch die im Nachbargarten. „Die Bewohner dort fühlten sich belästigt“, so Pfeiffer.

Die Technik der Kameras werde immer aufwendiger - und gleichzeitig immer preiswerter. „Früher musste man in spezielle Sicherheitsgeschäfte gehen, heute bekommt man in jedem Baumarkt solche Kameras zu erschwinglichen Preisen - mit Bewegungsmelder, Weitwinkelobjektiv und Beleuchtung“, sagt die Datenschutzbeauftragte. Deshalb wählten immer mehr Dormagener den Weg, sich durch eine Kamera zu schützen. „Das ist eine persönliche Entscheidung, die jeder für sich treffen kann und die sein gutes Recht ist“, betont Pfeiffer. Problematisch werde es, sobald Dritte betroffen seien, die sich von der Kamera beobachtet fühlten.

„Dabei ist es egal, ob die Kamera nur ein modernes Guckloch ist, wirklich Bilder aufzeichnet oder es sich sogar nur um eine Attrappe handelt“, erklärt die Expertin im Rathaus. „Wichtig ist das Empfinden, dass die Privatsphäre eingeschränkt wird.“

Früher seien Video-Kameras vor allem auf weitläufigen Privatgrundstücken eingesetzt worden, auf denen sie niemanden gestört hätten. Mit immer dichterer Bebauung und schmalen Straßen werde die Überwachung jedoch kritisch. „In einer Reihenhausbebauung ist eine Installation kaum möglich - und auch öffentliche Gehwege oder Straßen dürfen nicht kontrolliert werden,“ so Pfeiffer.

Immer wieder sei in der Vergangenheit in Dormagen auch über Kameras im öffentlichen Raum diskutiert worden. Die Idee einer Webcam auf dem Rathausvorplatz sei an der Tatsache gescheitert, dass Passanten nicht erkennbar sein durften. Und auch die Frage, ob eine Überwachungskamera an den Bahnhöfen in Dormagen und Nievenheim sinnvoll sei, wird regelmäßig gestellt. „In der Studie zu Angsträumen in Dormagen, die Studenten Anfang des Jahres gemacht haben, erklärten 66 Prozent der Befragten, dass sie sich an den Bahnhöfen unwohl fühlen“, sagt Pfeiffer.

Auch dort könnten jedoch nicht so einfach Kameras aufgestellt werden, betont Polizeisprecher Bernd Schmutzler. „Das ist nur unter sehr engen Voraussetzungen erlaubt“, sagt er. „Es muss anhand der Kriminalitätsrate ein Brennpunkt nachgewiesen sein.“ Für Dormagen habe die Polizei das noch nicht geprüft. Untersuchungen in Neuss hätten erst vor kurzem ergeben, dass dort Kameras nicht vertretbar seien.

Am Freitag in der NGZ: Heisser Draht Notwendig?

Quelle: NGZ


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