Dormagen (NGZ). Bis 18 Uhr konnten die in Dormagen lebenden Ausländer und die noch nicht fünf Jahre eingebürgerten Deutschen ihren Integrationsrat wählen. Um 18.21 Uhr konnte Wahlexperte Wolfgang Zimmer im Historischen Trausaal bereits das Ergebnis verkünden: Großer Gewinner der Wahlen ist die Liste der Einheit mit dem bisherigen Vorsitzenden des Integrationsrates, Mehmet Güneysu (46) an der Spitze. Sie stellt künftig sieben Sitze in dem zehnköpfigen Gremium. Seine Liste erreichte 257 Stimmen und damit 52,24 Prozent. Die Multikulturelle Liste kam auf 14,7 Prozent und erreicht damit zwei Mandate im Integrationsrat. Die Europa-Liste scheiterte mit 7,35 Prozent in der Besetzung des Ausländer-Gremiums. Davon betroffen ist unter anderen Ileana Wenzel, bisher ein Aktivposten in der Dormagener Politik und als Stadtplanerin eine wertvoller Hinweisgeberin im Planungsausschuss. Die Liste Anatolien schließlich erlangte in den fünf Wahllokalen 20,71 Prozent und zwei Sitze.
Als "bedauernswert" bezeichnete Mehmet Güneysu die Wahlbeteiligung von nur 9,16 Prozent. Zimmer drückte es in Zahlen aus: "Von den 4959 zur Wahl aufgerufenen Männer und Frauen gingen nur 454 zur Urne – fünf Wähler gaben ungültige Stimmen ab. Bei der Integrationsratwahl 2004 waren noch 17,8 Ausländer zur Wahl gegangen. Damals war diese Wahl mit der Kommunalwahl zusammengelegt worden. Für Mehmet Güneysu liegen die Gründe für die geringe Beteiligung aber auch darin begründet, dass nunmehr nur noch Deutsche zugelassen sind, die noch keine fünf Jahre in Deutschland eingebürgert sind.
Güneysu würde sich erneut bereit erklären, für den Vorsitz im Integrationsrat zu kandidieren. Einzige Einschränkung: "Wenn man mich lässt." Der türkisch-stämmige 46 Jahre alte Konstrukteur hatte das Gremien in den vergangenen Jahren geleitet und ihm durch Aktivitäten eine hohe Achtung verschafft.
Diese Leistung hob auch CDU-Stadtrverbandsvorsitzender Norbert Dahmen hervor, der als Beobachter in den Trausaal gekommen war. Dahmen: "Ich freue mich, dass der Integrationsrat auf Kontinuität setzt. Er hat in den vergangenen Jahren eine hervorragende Arbeit geleistet." Und diese Leistung hätte nach seiner Ansicht eine höhere Wahlbeteiligung verdient gehabt.
Angesichts der geringen Wahlbeteiligung lehnte es Wolfgang Zimmer ab, die Ergebnisse auf die einzelnen Wahllokale herunter zu brechen: "Dann würden womöglich einzelne Wähler identifizierbar sein."
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.