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Dormagen: Jobabbau trifft Chempark kaum

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 19.11.2010

Dormagen (NGZ). Bayer plant in seinen Gesellschaften Entlassungen im großen Stil. Doch wie es momentan aussieht, kommt der Chempark Dormagen mit einem blauen Auge davon. Ein Sprecher: "Dormagen ist kaum betroffen."

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Das Sparprogramm

Eingespart werden sollen bis 2013 rund 800 Millionen Euro. Mit diesem Geld sollen vor allem neue Produkte in der Pipeline von Pharma und Pflanzenschutz nach vorne gebracht werden. Bayer will sich damit auch von dem Druck der Generika (Nachahmungsstoffe) befreien und auf neue Produkte setzen.

"Der Neue führt sich ja gut ein." Eine kritische Stimme gestern in Dormagen in der Nähe des Werkstores. Gemeint ist Marijn Dekkers, seit wenigen Wochen neuer Vorstandsvorsitzer von Bayer. Ein anderer sagt: "Der kehrt mit eisernen Besen." Beide wollen nicht namentlich genannt werden – aus begreiflichen Gründen.

Gestern am späten Nachmittag platzte die Nachricht in die Medienwelt – einen Tag früher als ursprünglich geplant. Der Konzern plant, in seinen drei Gesellschaften rund 2000 Arbeitsplätze zu streichen. Schnell macht auch die Runde: Besonders betroffen ist Crop Science. Der Pflanzenschutz ist im Chempark Dormagen stark vertreten; dort liegen die größten Produktionsanlagen des Konzerns in diesem Bereich weltweit.

Doch wenig später kommt aus Leverkusen der erlösende Satz für die heimischen Bayer-Beschäftigten: "Dormagen ist vom Arbeitsplatzabbau kaum betroffen", sagt Bayer-Sprecher Günter Forneck.

Das hat mit der Absicht des Vorstands zu tun, rund 800 Millionen Euro bis ins Jahr 2013 einzusparen. Bis Ende 2012 sollen dabei per Saldo 2000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Forneck: "Dormagen ist vor allem Produktionsstandort, dort kann und soll nicht in erster Linie eingespart werden." Dieser Faktor gilt insbesondere für den Pflanzenschutz. Forneck: "Die Maßnahmen zielen auf die Administration." Und die sitzt in erster Linie in Leverkusen.

Auch ein weiterer Bereich, der in Dormagen mit fast 1200 Mitarbeitern vertreten ist, wird weitgehend verschont. Der Bayer-Sprecher: "Bei MaterialScience soll es nach Abschluss mehrerer Effizienz-Initiativen nur kleinere Apassungen geben." Personell schlanker werden nach Angaben des Vorstands auch die Konzern-Verwaltung und die Service -Gesellschaften.

Der Coup des neuen Vorstandsvorsitzenden kam offenbar nicht unerwartet, zu diesem frühen Zeitpunkt nach der Amtsübernahme aber doch überraschend. Betriebsrats-Vorsitzender Thomas de Win: "Das ist ein erheblicher Personalabbau mit einschneidenden Veränderungen. Wir Arbeitnehmer werden jetzt intensive Gespräche mit der Unternehmensleitung führen, um die Notwendigkeit, den Umfang und mögliche Alternativen zu beraten."

Ziel ist es, insgesamt mehr Geld für Investitionen zur Verfügung zu haben. Forneck: "Das Geschäftspotenzial soll optimal genutzt werden." Die Personaleinsparungen sollen helfen, mehr Geld für Investitionen in die Zukunft zur Verfügung zu haben. Insgesamt sollen weltweit 4500 Stellen wegfallen, aber auch 1700 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Berichte Seite 1 und Wirtschaft

Quelle: NGZ


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