Dormagen (NGZ). Beim 22. Kinder- und Jugendparlament der Stadt nahmen die fast 50 Schüler wieder mal kein Blatt vor den Mund. Weil es um das Thema "Sicherheit" ging, war Polizei-Chef Kurt Koenemann da und schrieb fleißig mit.
Fabian Manzano und Moritz Arndt hatten sich gut vorbereitet. Mit Spickzetteln, auf denen all ihre Beschwerden aufgeschrieben waren, kamen die beiden Jungs am Donnerstag in die Dormagener Kulle, um am Kinderparlament teilzunehmen. Diesmal ging's um das Thema "Sicherheit". Da dafür ja bekanntermaßen die Polizei zuständig ist, war auch Dormagens Polizei-Chef Kurt Koenemann dabei. Der war dann auch ein richtig gefragter Mann, denn viele der Kinder beschwerten sich über zu schnelle Autos und zu wenige Kontrollen. "Auf vielen Straßen blitzen wir schon regelmäßig", erklärte Koenemann. "Aber wir sind leider nicht in der Lage, so viele Kontrollen zu machen wie ihr fordert."
Kinderparlament
Was: Im Kinder- und Jugendparlament können sich Kinder und Jugendliche in die politische Entscheidung und Willensbildung ihrer Heimatstadt einbringen.
Wer: Jede der 23 Dormagener Schulen schickt zwei Vertreter. Die werden entweder von den Schülern ihrer Schule gewählt oder von Lehrern ausgesucht.
Fünf "alte Hasen" waren unter denfast 50 Schülerinnen und Schülern, der Rest des Parlaments bestand aus Neulingen. Schüchtern oder zurückhaltend waren die Pänz deshalb aber nicht. Zu Recht: "Es ist wichtig, Kinder zu hören und auch zu wissen, was für euch wichtig ist", so Klaus Güdelhöfer, Kinder- und Jugendbeauftrager der Stadt.
Der neunjährige Marcel von der Sankt-Nikolaus-Schule in Stürzelberg bemängelte viele kleine, unbeleuchtete Straßen. "Die Kinder haben da Angst." Außerdem lägen Scherben und Steine auf der Wiese des ehemaligen Schwimmbads, viele Wände seien mit Graffiti beschmiert. Ein wuchernder Busch ist das Problem von Maximilian (8, Gesamtschule Nievenheim): "Da kann man nicht sehen, ob ein Auto kommt." Die Schüler der Zonser Friedrich-von-Saarwerden-Schule konnte Koenemann beruhigen: Dort geht das Gerücht um, ein Mann habe auf dem Feldweg ein Kind festgehalten. "Das haben wir überprüft, bisher gibt es keine Belege dafür, dass das echt passiert ist."
Zu volle Schulbusse, vereiste Schulwege, ein morsches Klettergerüst oder Klassenräume wie in der Henri-Dunant-Schule in Delrath, in die es hereinregnet: Wie immer wurde im Kinderparlament kein Blatt vor den Mund genommen. Und: "Alle Anmerkungen, Beschwerden und Bitten der Kinder werden überprüft und im besten Fall gelöst", so Güdelhöfer. "Wir hören auch später immer mal wieder nach, ob sich was getan hat.
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