Dormagen (NGZ). Dormagen Das Land NRW hatte erst vor wenigen Monaten eine Initiative für den Ausbau von Kindergärten zu Familienhilfezentren gestartet. Jetzt zieht die katholische Kirche in Dormagen nach und legt ein eigenes Konzept mit dem gleichen Namen vor.
Im Seelsorgebereich Süd haben sich die Kindertagesstätten St. Maria vom Frieden, St. Martinus Zons, Zur Heiligen Familie Horrem und St. Katharina Hackenbroich sowie die Caritas-Kindertagesstätte zu einem Familienzentrum zusammengeschlossen. Die Einrichtungen wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten, um Hilfen für Familien in den einzelnen Kindergärten anzubieten. Ein Schwerpunkt soll zunächst in St. Katharina gesetzt werden. .
„Die Idee des Familienzentrums ist bei der Kirche und beim Land parallel entstanden, und es gibt eine ganze Reihe von inhaltlichen Übereinstimmungen in beiden Konzepten“, betont Gemeindereferentin Margret Keusgen, die das Projekt betreut. „In beiden Konzepten geht es darum, nicht nur Kinder zu fördern, sondern Ansprechpartner für die gesamte Familie zu sein“, erläutert Dechant Guido Assmann. So sollen Beratungsangebote in den beteiligten Kindergärten vor Ort Eltern lange Wege ersparen und Hürden abbauen, um Hilfe anzunehmen.
Familienzentrum
In das Modellprojekt des Landes zum Ausbau von Kindertagesstätten zu Familienzentren wurden in einem ersten Schritt 250 Einrichtungen aufgenommen, darunter neben den beiden Kitas in Dormagen im Kreis auch die Kita Norfbachaue, das Traumzauberhaus in Grevenbroich, der Martinus-Kindergarten in kaarst, der katholische Kindergarten St. Pantaleon in Jüchen und der Sonnengarten in Meerbusch.
„Ein ganz wichtiges Element wird in unseren Kindergärten das Anfangsgespräch mit den Eltern sein“, sagt Keusgen. Probleme, die in diesem Rahmen angesprochen würden, sollten sofort von den Erzieherinnen aufgegriffen werden. Einige Beispiele: Sei eine Entwicklungsverzögerung beim Kind auffällig oder hapere mit der Sprache, solle sofort der Kontakt zu Therapeuten oder Ärzten hergestellt werden, die in Kindergarten kämen und sich dort um das Kind kümmerten.
„Gezielte Sprachförderung wird als ein Schwerpunktthema in allen Kindertagesstätten etabliert werden“, so die Gemeindereferentin. Würden finanzielle Schwierigkeiten im Anfangsgespräch erwähnt, sei es das Ziel, eine regelmäßige Schuldnerberatung vor Ort anzubieten. Helfen wollen die zum Familienzentrum zusammen geschlossenen Kindergärten außerdem bei der Vermittlung von Tagesmüttern.
Es gebe aber auch Unterschiede zu den Vorstellungen des Landes. „Was die Kirche mehr zu bieten hat, ist die christliche Wertevermittlung“, betont Keusgen. Außerdem spiele die Vernetzung der einzelnen Einrichtungen eine entscheidende Rolle. In St. Katharina sollten zwar die Fäden zusammen laufen. Ziel sei jedoch, ein möglichst umfangreiches Hilfs- und Beratungsangebot an allen katholischen Kitas einzurichten.
„Für uns steht der Netzwerk-Gedanke im Vordergrund, wir wollen weitere katholische christliche, soziale und therapeutische Einrichtungen und Dienste einbinden“, so Keusgen. Dabei sei natürlich auch der Kontakt zur Stadt wichtig. Sie hatte Anfang des Jahres fünf Kindertagesstätten für das Landesprogramm „Familienzentrum“ angemeldet, darunter auch St. Katharina. Den Zuschlag erhielten zwei Einrichtung, die Kita „Haus der Familie“ unter den Hecken und die „Rappelkiste“ in Horrem.
Der Hackenbroicher Kindergarten ging leer aus, obwohl die Stadt für ihn die höchste Priorität angesetzt hatte. „Wenn jetzt die Kirche dort die Initiative ergreift, um das Angebot für Familien auszubauen, freut uns das natürlich sehr“, sagt Stadtpressesprecher Harald Schlimgen. „Alles, was die Kindertagesstätten in Dormagen stärkt, ist gut.“
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