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Dormagen: Kleidersammler auf Tierfang?

VON MARCUS HAMMES - zuletzt aktualisiert: 12.08.2010 - 12:08

Dormagen (NGZ). Was steckt hinter der Kleidersammlung der Firma OM-Altkleider? Andrea Klein vermutet professionellen Tierfang. Beweisen kann sie das jedoch nicht. Das Unternehmen gibt an, sogar Spenden an einen Tierschutzverein zu tätigen.

Verbirgt sich hinter einer harmlos wirkenden Sammelaktion am Ende professioneller Tierfang? Die Dormagenerin Andrea Klein traut der Firma OM-Altkleider nicht über den Weg.  Foto: privat
Verbirgt sich hinter einer harmlos wirkenden Sammelaktion am Ende professioneller Tierfang? Die Dormagenerin Andrea Klein traut der Firma OM-Altkleider nicht über den Weg. Foto: privat

Harmlose Altkleidersammlung oder doch nur eine Masche, um Hauseigentümer und ihre Vierbeiner auszuspähen? Das fragen sich zahlreiche Dormagener, die in den vergangenen Tagen grüne Eimer vor ihrer Haustüre stehen hatten. Mit einem Zettel auf dem Deckel ruft die Firma OM-Altkleider zu Spenden auf. Andrea Klein (Name von der Redaktion geändert) ist fest davon überzeugt, dass die Kleidersammlung jedoch nicht das Hauptgeschäft der Firma ist. "Die Eimer werden nachts an den Häusern abgeholt. Wenn solche Sammlungen sind, verschwinden Katzen und Hunde", erklärt die Katzenhalterin gegenüber der NGZ.

Ihr Verdacht: Die Tiere werden an ein Versuchslabor verkauft. Dabei wirbt die Firma OM-Altkleider mit einer Kooperation mit dem Stolberger Tierschutzverein, der Erlöse aus den gewerblichen Sammlungen als monatliche Spende erhalte. Doch was ist dran am Misstrauen der Dormagenerin?

Info

Haustierdiebstahl

Unter www.haustierdiebstahl-in-deutschland.de wird über Kleidersammlungen informiert, die ominös wirken. Das Team der Seite ruft dazu auf, "dubiose Altkleidersammlungen zu melden".

Weiterhin wird auf der Seite angegeben, dass Eva Bartjenf als Vorsitzende des Stolberger Tierschutzvereins eine Unterlassungserklärung gegen das Sammeln unter ihrem Namen bewirkt habe.

Es sind nie ganze Stadtteile, die das Unternehmen von Omar Omari mit seinen Eimern aufsucht. "Dort wo Mehrfamilienhäuser stehen, werden sie nicht aufgestellt. Obwohl das doch ein besonders guter Ort für eine Kleidersammlung wäre", meint Klein. "Mehrfamilienhäuser haben keine Gärten und somit eher auch keine Katzen und Hunde. Die Einfamilienhäuser in Stichstraßen und abgelegeneren Ecken sind besser", ergänzt sie.

Beim Aufstellen der Eimer würden die Häuser von außen inspiziert. Wo steht ein Katzenbaum im Flur? Wer hat einen Hund? Klein ist sich sicher, dass nachts nicht nur Eimer gesammelt, sondern auch Tiere gefangen werden. "Man versteckt sich und ködert die Tiere mit Lockmitteln. Dann werden sie gefangen und in einen mit Käfigen ausgestatteten Transporter geladen", ist sich die junge Frau sicher.

Beweisen kann sie nichts. Doch der Verdacht gegen das Unternehmen hat nicht nur in Dormagen Bestand. Im Internet finden sich zahlreiche Einträge mit den Vorwürfen gegen die Firma. Inhaber Omari weist diese zurück. Sein Unternehmen kooperiere mit dem Stolberger Tierschutzverein. "Wir spenden monatlich", erklärt er. Eva Bartjenf bestätigt das. Ihre Telefonnummer ist neben der von Omari auf den Deckeln der Sammeleimer angegeben. Sie könne sich als Vorsitzende des Tierschutzvereins nicht vorstellen, warum diese Gerüchte kursieren. "Wir haben mal einen Trittbrettfahrer vermutet, der sammelt und dabei Tiere fängt", sagt sie.

Die Dormagener Eimer wurden inzwischen abgeholt. Den Angaben von Andrea Klein nach von einem blau-weißen Lieferwagen mit der Aufschrift "Britz Fleischereibedarf und Großhandel". Ihr Misstrauen bleibt bestehen.

Quelle: NGZ


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