Dormagen (NGZ). Knechtsteden (mp) Ihre Werke sind abstrakt - fast schon mystisch. Vom Betrachter fordert sie viel: Zeit, Vorstellungsvermögen und Empfindsamkeit. Die Rede ist von der Malerin Bea Effie, die am Sonntag ihre Ausstellung „Wahrnehmen - Aufnehmen - Interpretieren“ in der Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen eröffnete.
Die Ausstellung „Wahrnehmen - Aufnehmen - Interpretieren“ von Bea Effie ist noch bis zum 11. September zu sehen.
Trotz der abstrakten Darstellung sind die Themen, mit denen sich die 50-jährige Düsseldorferin beschäftigt aktueller denn je. Klimawandel, die Position der Frau in der Gesellschaft, Armut und AIDS dominieren die Werke von Bea Effie. „Das sind gesellschaftspolitische Themen, die mich besonders beschäftigen“, erklärt die Künstlerin.
Und weil sie sich immer wieder neu mit den Themen auseinander setzt, malt sie nicht nur in der Galerie-Werkstatt in Knechtsteden. „Ich habe zum Ärger meines Mannes eine Staffelei im Wohnzimmer aufgestellt“, sagt Effie mit einem Lächeln auf den Lippen. Der Düsseldorferin ist anzusehen, dass die Malerei für sie mehr als nur ein Hobby ist.
Beruflich hat sich die Mutter von zwei Kindern erst einmal an der Wirtschaft orientiert. Nach dem betriebswissenschaftlichen Studium arbeitete sie in leitenden Positionen bei namenhaften Firmen. „Die Kunst hat aber immer in mir geschlummert“, erinnert sich die Düsseldorferin. Deshalb hat sie vor fünf Jahren alles auf eine Karte gesetzt und sich ausschließlich auf die Malerei konzentriert. Seit zwei Jahren ist sie jetzt Mitglied in der Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen. Die Ausstellung „Wahrnehmen - Aufnehmen - Interpretieren“ ist Effies erste Einzelausstellung.
Der Titel spiegelt die Erwartungshaltung der Künstlerin an den Betrachter wieder. Er soll die 40 Bilder erst durch Betrachten wahrnehmen. Danach folgt der Prozess des Auseinandersetzens: Die Bilder werden aufgenommen. Erst zum Schluss kann der Betrachter seine eigene Interpretation der Arbeiten entwickeln. Bea Effie ist es wichtig - obwohl sie sehr reduziert arbeitet - den Ausstellungsbesuchern nicht die eigene Interpretation zu verraten.
„Bilder lassen sich schlecht in Worte fassen, jeder drückt sich anders aus“, sagt die Künstlerin geheimnisvoll. Eines verrät die bekennende Knechtsteden-Liebhaberin jedoch: Ihre Lieblingsfarbe ist rot. „Die Farbe ist sehr ausdrucksstark. Man kann mit ihr warme Momente erzeugen, aber auch Aggressivität und Leidenschaft“, erläutert Bea Effie.
Entsprechen häufig findet sich die Farbe rot in ihren Werken wieder. Manche werden sogar von dieser Farbe dominiert, wie das Bild „Safer Sex“, das in die AIDS-Reihe fällt und auf die Krankheit aufmerksam machen soll. Das Bild ist komplett rot, nur einzelne Bildflächen werden stärker betont als andere. Genauso flächenhaft wirkt auch das Werk „Reich, arm und dazwischen“.
Dort wird auch noch ein weiteres Merkmal sichtbar, mit dem die Künstlerin arbeitet. Ihre Flächen werden oft in geometrische Formen unterteilt, die den Bildern einen neuen, eigenen Sinn geben.
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