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Dormagen: Kohnacker: 1200 Unterschriften

VON JENS KRÜGER UND CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 25.03.2010 - 10:39

Dormagen (NGZ). Über 1200 Unterschriften gegen die Umsetzung des Gewerbegebiets "Kohnacker" überreichten Delrather Bürger am Mittwoch dem Regionalrat. Der Beschluss zur Änderung des Regionalplans wurde von der Politik aber gefasst.

Warteten auf der Empore des Plenarsaals auf den Entscheidung des Regionalrats: Peter Jacobs und Andrea Johann von der Bürgerinitiativen "Für ein lebenswertes Delrath".  Foto: NGZ
Warteten auf der Empore des Plenarsaals auf den Entscheidung des Regionalrats: Peter Jacobs und Andrea Johann von der Bürgerinitiativen "Für ein lebenswertes Delrath". Foto: NGZ

Von der Empore des Plenarsaals der Bezirksregierung beobachteten Andrea Johann und Peter Jacobs am Mittwoch die Debatte des Regionalrats. 1200 Unterschriften gegen die Realisierung des Gewerbegebiets "Kohnacker" hatten die Delrather zuvor an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke – der gleichzeitig Vorsitzender des Regionalrats ist – übergeben. Ein weiteres Zeichen.

Den formalen Beschluss zur Änderung des Regionalplans, die ein erster Schritt zur Umsetzung des Gewerbegebiets ist, konnten sie nicht verhindern. Der Regionalrat beschloss dies bei wenigen Enthaltungen. Und dennoch war das kämpferische Duo nicht unzufrieden. "Wir haben gehofft, dass die Beschlussfassung verlegt wird, überrascht sind wir aber nicht", sagte Peter Jacobs.

Info

Gewerbegebiete

In Dormagen werden Gewerbegebiete knapp. "Im Jahr 2009 lag die Nachfrage bei 166 Hektar Gewerbeflächen", so Gabriele Böse von der Dormagener Wirtschaftsförderung. Davon waren 17 Anfragen nach Flächen zwischen einem und fünf Hektar Größe sowie 13 Nachfragen über fünf Hektar. Die größte noch bebaubare Fläche ist 3,3 Hektar groß.

Von vier Seiten eingekesselt

Die Delrather befürchten, dass sie von vier Seiten eingekesselt werden: westlich grenzt die Eisenbahn, östlich die A57 und nördlich der geplante Anschluss Delrath an – das Gewerbegebiet würde dann den Süden blockieren.

Jacobs zeigte sich von der Fülle der Gegenargumente, die insbesondere von SPD und Grünen ins Feld geführt worden waren, positiv überrascht. Von einem "planerischen Flickenteppich" hatte Ute Sickelmann (Grüne) gesprochen. Rainer Thiel (SPD) brachte ebenfalls "erhebliche Bedenken" vor und merkte an, dass mögliche Alternativen möglicherweise zu wenig geprüft worden seien.

Er verwies auf das brach liegende Gelände von Fiege & Bertoli, das sich im Privatbesitz befindet. "Jetzt beginnt das Verfahren zur Änderung des Regionalplans, als nächste Stufe folgt der Flächennutzungsplan und dann der Bebauungsplan", so Jacobs. "Wir werden im Verfahren hellwach sein, und ich bin sicher, dass die Verwaltung Fehler machen wird."

Bereits am Tag zuvor war im Rat um das Thema "Kohnacker" heftig gerungen worden. Das Zentrum hatte eine Einwohnerversammlung beantragt. Zu der war Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann auch bereit – allerdings "zu gegebener Zeit".

Die sieht der Bürgermeister noch nicht gegeben: "Noch ist nicht mehr passiert, als dass eine Fläche auf dem Regionalplan eingekreist wird, und geprüft wird, ob dieses Gelände für eine Gewerbeansiedlung in Frage kommt." Hoffmann: "Ich kann nicht einmal eine genaue Abgrenzung der Fläche angeben."

Eindeutige Fakten

Mit den Stimmen der Jamaika-Koalition folgte der Dormagener Rat diesem Vorschlag der Verwaltung, noch mit der Versammlung zu warten, bis mehr eindeutige Fakten vorliegen, die eine gesicherte Beurteilung des Projekts möglich machen. Initiativen-Sprecherin Andrea Johann wurde Gelegenheit geboten, vor dem Rat ihre Bedenken darzulegen.

Quelle: NGZ


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