Dormagen (NGZ). Rund 350 Zuhörer, die entlang der geplanten Trasse für den Transport der geplanten CO-Pipeline von Bayer Materiqal Science wohnen, verfolgten aufmerksam – teilweise mit emotionalen Zwischenrufen – die von der Rheinischen Post veranstaltete Podiumsdiskussion in Monheim.
"Die CO-Pipeline: Unkalkulierbares Risiko oder Notwendigkeit für den Industriestandort?" lautete der Titel. Das Podium war mit hochrangigen Bayer-Vertretern, Anti-Pipeline-Aktivisten und politischen Vertretern besetzt. RP-Redakteur Jörg Janßen moderierte den mehr als dreistündigen Schlagabtausch.
Zunächst bezogen alle Teilnehmer noch einmal Position: Dr. Tony van Osselaer vom Vorstand der Bayer Material Science (BMS) bekräftigte, für den Konzern gebe es keine Alternative zur Pipeline. Durch den Verbund sollten die Standorte am Rhein gestärkt und Arbeitsplätze gesichert werden. Auch die geplante zweite Herstellungsanlage für Kohlenmonoxid in Dormagen mache die Gasleitung nach Uerdingen keinesfalls überflüssig.
Im Gegenteil: Sie sei auch dann notwendig, wenn anders als in den Ursprungsplanungen angenommen, künftig sehr viel mehr Kohlenmonoxid vor Ort in Dormagen benötigt werde. Tenor: Überschüsse wird es auch in diesem Fall geben. Die Vertreter der Initiative veranschaulichten mit selbst gedrehtem Material und dem Ausschnitt einer Fernsehdokumentation die Serie der Pleiten, Pannen und Nachbesserungen rund um die Pipeline.
Sie warfen Bayer vor, Profit auf Kosten der Bevölkerung zu machen und die Sicherheit zu vernachlässigen. "Die Planung war falsch, die Bauausführung war miserabel", erklärte Erich Hennen aus Duisburg.
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