Dormagen (NGZ). Die Zonser sind empört: Sie dachten, die leidige Eintrittsfrage für Museum und Park in Zons sei erledigt. Jetzt kommt für den Kreiskulturausschuss eine erneute Forderung. Mittwochs sollen die Zonser frei in den Park kommen.
Jürgen Waldeck ist empört. "Ich dachte das Thema sei vom Tisch", regt sich der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins der ehemaligen Zollfeste auf. Es geht um den Eintritt für den Park zwischen Kreismuseum und Schlossgelände mit Wehrturm, Mauer und der Freilichtbühne dahinter. Schon im Frühjahr war die Kreisverwaltung der Auffassung, dort müsse ein Einheitstarif für Museum und Park angeboten werden, der nach jetzigem Stand für jeden "normalen Erwachsenen" bei fünf Euro liegen sollte.
Die Zonser aber wollen ihren Park auch weiter frei besuchen, wann immer sie dazu Lust und Laune haben. Kulturderzenent Tilmann Lonnes schlägt einen Kompromiss vor: Mittwochs und jeden ersten Samstag im Monat haben die Zonser freien Eintritt zum Park. Sie müssen dann am Eingang den Personalausweis vorlegen, der sie als Zonser ausweist. Am Montag kommender Woche soll zunächst der Kreiskulturausschuss in Zons entscheiden, am 8. Dezember dann endgültig der Kreistag.
Park-Sanierung
Derzeit werden mit hohem Aufwand die Burganlage und der Gang entlang der Wehrmauer saniert.
Gleichzeit wird die komplette Grünanlage neu gestaltet.
Auf ihr sollen später auch Open-Air-Konzerte veranstaltet werden. Der Vorteil dort: Bei schlechtem Wetter kann in die Schiffshalle ausgewichen werrden.
"Das ist gegen die Absprachen", sagt Waldeck. "Das gibt Unfrieden", ist sich auch Stadtmarketingleiter Guido Schenk von der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen. "Die Zonser lassen sichkaum vorschreiben, ob und wann sie einen großen Teil ihrer Altstadt begehen dürfen". Eine groß angelegte Inititiative Zonser Vereine hatte vorgeschlagen, bei dem Park keinen Eintritt zu erheben, wohl aber für den Wehrturm und den Mauergang. Lonnes erwähnt in der Vorlage zum Kreiskulturausschusses diesen Vorschlag der Bürger und Vereine nicht einmal.
Tilmann Lonnes begründet seinen Vorstoß mit deutlichem Mehrbedarf des Museums, der durch höhere Einnahmen gestoppt werden müsse. Das Defizit betrug im Jahre 2008 353.522 Euro und stieg im 2009 Jahr auf rund 555.000 Euro. "Es ist beabsichtigt, unter Wahrung des kulturellen Auftrags des Kulturzentrums die eigene Ertragskraft des Museums zu stärken." Lonnes erwartet mehr Besucher durch die von Landschaftsarchitekt Dr. Bernhard Korte neue Parkanlage mit Aussichtspunkt auf den Rhein und "wehrhafter Wiese" dort, wo der Aalschokker stand. Zweite Attraktivitätssteigerung: eine Caféteria. Der höhere Eintrittspreis beinhaltet dann ein Freigetränk dort.
Was die Zonser ebenso ärgert wie der limitierte Eingang zum Park ist die vorgesehene Preiserhöhung für die Nutzung des Kulturzentrums. So soll die Nutzung der Nordhalle plus Außengelände künftig 2000 Euro pro Tag kosten. Schenk: "Den Weihnachtsmarkt können wir uns dann nicht mehr leisten, bisher haben wir für zwei Tage 400 Euro gezahlt. Und wie hoch sollen die Eintritte bei Konzerten werden?"
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