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Dormagen: Kunstfertige Ostereier, soweit das Auge reichte

VON BARBARA STEINGIESSER - zuletzt aktualisiert: 05.04.2010 - 21:30

Dormagen (NGZ). Wer es einmal versucht hat, der weiß, wie schwierig es ist, ein ausgeblasenes Ei zu bemalen. Die Schale ist so stark gewölbt, dass der Zeichenstift leicht abrutscht und der Pinsel zittert, weil kein Platz zum Abstützen vorhanden ist. Und entgleitet das Ei einmal der Hand, ist es auch schon zerbrochen.

Ukrainisch-rumänische "Pysanky"-Eier von Olga Semberco aus Rumänien. Foto: NGZ
Ukrainisch-rumänische "Pysanky"-Eier von Olga Semberco aus Rumänien. Foto: NGZ

Ein Hühnerei mit einem gleichmäßigen Muster zu überziehen, erfordert Talent, Geduld und viel Übung. So lautete der Untertitel des 24. Ostereiermarktes, der von Karsamstag bis Ostermontag im Kreismuseum Zons stattfand, auch "Kunst auf Ostereiern". Und was die 35 Aussteller aus ganz Europa präsentierten, zeugte von großer Kunstfertigkeit und verblüffte durch die Vielfalt der Techniken sowie der Muster und Motive.

Da gab es Eier in der Größe von Wachtel bis Vogel Strauß, bemalt und lackiert, mit Blütenblättern oder Scherenschnitten belegt oder von unzähligen Glasperlen übersät. Angela Reck etwa schneidet Strohhalme in winzig kleine Teile, die sie mit Lupe, Nadel und Weißleim mosaikartig auf dem gefärbten Ei anbringt.

An einem Hühnerei, das mit 1000 Strohteilen beklebt ist, arbeitet sie 20 bis 25 Stunden. Angelika Metzen-John hatte die Idee, Stickereien, die sie nach spanischer Tradition aus dem 15. Jahrhundert anfertigt, aufs Ei zu bringen, während Csuhaj Tünde aus Ungarn mit Ätz-, Fräs- und Perforationstechniken bei Gänse-, Schwanen-, Emu-, Nandu- und Straußeneiern die Schalen selbst in filigrane Spitzen verwandelt.

Besondere Faszination üben solche Techniken aus, die auf eine jahrhundertelange, im Brauchtum verwurzelte Tradition zurückblicken, wie in der Bukowina. "Pysanky" (die Geschriebenen) heißen die nach ukrainisch-rumänischer Tradition verzierten Eier – eine Technik, in der es Olga Semberco zu besonderer Meisterschaft gebracht hat.

Seit ihrer Kindheit bringt sie mit einem millimeterdünnen Röhrchen hauchfeine geometrische Muster aufs Ei. Entweder verbleibt das Wachs als pastellfarbiges Relief auf der weißen Schale, oder das Ei wird wie bei der Batik in Farbbäder getaucht und zum Schluss vom Wachs befreit.

Quelle: NGZ


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