Dormagen (NGZ). Dormagen Der Chemiekonzern Lanxess gliedert seine Technischen Dienste mit etwa 700 Mitarbeitern in ein 100-prozentiges Tochterunternehmen aus. Dort soll ab Jahresbeginn dann ein neues Arbeitszeit- und Service-Modell erprobt werden.
Das Pikante an dieser Einigung: Lanxess ist neben Bayer 40-prozentiger Anteilseigner bei Bayer Industry Services (BIS). Und bei BIS wird zurzeit heftig um Ausgliederungen an Fremdfirmen und Arbeitsplatzabbau gerungen. Kommt jetzt die Wende bei BIS?
Die Lanxess-Vereinbarung im Einzelnen: Die neue Gesellschaft soll sich ähnlich wie ein externer Dienstleister aufstellen - Überprüfung nach ein beziehungsweise zwei Jahren. In die neue Gesellschaft werden alle 700 Mitarbeiter der Technischen Dienste und der Instandhaltung auch in Dormagen integriert.
Die bisherige Wochenarbeitszeit wird von 35 auf 40 Wochenstunden verlängert, abgerechnet werden 37,5 Stunden. Es bleibt bei den komfortablen Chemie-Tarifverträgen. Die variablen Einkommensbestandteile werden nach dem Erfolg des Unternehmens und dem Erreichen der Ziele der Gesellschaft „Technical Services“ ausgerichtet.
Bei Bayer Industry Services selbst gibt man sich eher bedeckt. BIS- Pressesprecher Jürgen Gemke: „Noch ist dieses Thema nicht auf dem Verhandlungstisch. Aber selbstverständlich hören wir uns die Vorschläge der Arbeitnehmer-Vertreter an und sprechen darüber. Wir werden solche Vorschläge prüfen, wenn sie auf den Tisch kommen.“
Für den Dormagener Lanxess-Betriebsratsvorsitzenden Theo Baikowski enthält das Lanxess-Paket dagegen wertvolle Hinweise: „Lanxess zeigt, dass offenbar die Ausgliederung in eine Tochter-Gesellschaft möglich ist.“ Selbstbewusst fügt er hinzu: „Was bei Lanxess klappt, dürfte doch sollte auch bei dem größeren Bayer-Konzern gelingen.“
Wenn aber eine eigene Tochtergesellschaft in Erwägung gezogen würde, „dann können wir auch gleich wie bisher unter dem Bayer-Dach bleiben“. Zwischen beiden Lösungen, so Baikowski, bestehe auf der Kostenseite kein gravierender Unterschied. Er sieht - ähnlich wie bei Lanxess vereinbart - erhebliche Einsparmodelle durch eine höhere Effizienz und Flexibilität.
Baikowski spricht Klartext: „Vor allem der Wasserkopf in der Führung bei BIS muss abgespeckt werden.“ Der Betriebsratsvorsitzende, der insgesamt 1500 BIS-Mitarbeiter in Dormagen vertritt, sieht realistische Chancen, „dass BIS in einem vergleichbaren Kostenrahmen und unter gleichen Bedingungen wie ein externes Unternehmen arbeitet“. Zumal nach seiner Kenntnis auch potenzielle Mitbewerber die Kosten deutlich erhöht haben.
Die Demonstrationen der BIS-Mitarbeiter gehen unterdessen weiter. Laut Baikowski wird auch eine Aktion in Dormagen geplant. An der jüngsten Demonstration in Leversen mit 3000 Teilnehmern waren auch 500 BIS-Mitarbeiter aus Dormagener Chemiepark angereist.
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