Dormagen (NGZ). Dormagen Der Chemiekonzern Lanxess will in den nächsten Monaten rund 30 Millionen Euro in die Modernisierung der Anlagen seines Tochterunternehmens Saltigo stecken.
Das hat die Konzernspitze gestern angekündigt. Gleichzeitig ist ein neues Arbeitszeitmodell geplant, bei dem die Mitarbeiter in Zukunft deutlich mehr arbeiten sollen - für das gleiche Gehalt.
„Die Investitionen und die Umstrukturierungen gehören zusammen und werden im Paket die Zukunft des Unternehmens sichern“, erklärt Lanxess-Sprecher Dr. Ralph Esper. Die Mitarbeiter am Standort Dormagen sollen am Mittwoch um 8 Uhr und um 21 Uhr in zwei Betriebsversammlung über die Details informiert werden.
„Saltigo war unser absoluter Problemfall, der tiefrote Zahlen schrieb“, sagt Esper. „Aber es sieht so aus, als habe er die Trendwende geschafft.“ Die Neuausrichtung des hochdefizitären Feinchemiegeschäfts im Frühsommer 2005 sei der richtige Weg gewesen, bilanziert auch der Lanxess-Vorstandsvorsitzende Dr. Axel Heitmann.
Noch immer bestehe ein Abstand zu den Mitbewerbern auf dem Markt, so Esper. „Aber die ersten schwarzen Zahlen sind da, deshalb werden wir jetzt alles tun, um das Unternehmen weiter zu stärken.“
Mit dem Bau einer hochmodernen Multifunktionsanlage in Leverkusen für zehn Millionen Euro sei bereits begonnen werden. Weitere 30 Millionen Euro sollten folgen.
„Welcher Anteil dieser Summe genau nach Dormagen fließt, steht noch nicht fest“, sagt Esper. Auch dort gehe der Trend jedoch eindeutig zu Multifunktionsbetrieben, die für einen breiteren Einsatz ausgerichtet seien.
Diese Investitionen hätten konkrete Auswirkungen für die insgesamt 1400 Mitarbeiter, von denen etwa 100 in Dormagen beschäftigt sind. „Es gibt mehr Arbeit, weil der Erfolg da ist, und dieser Erfolg sichert Arbeitsplätze“, erklärt Esper die Vorteile.
Die Nachteile: Die Beschäftigten müssen mit längeren Arbeitszeiten rechnen. Und Lanxess hat offenbar nicht vor, diese Mehrarbeit zu bezahlen. Während bei Lohnverzicht in schwierigen Zeiten die Wochenarbeitszeit von 37,5 auf 35 Stunden herabgesetzt worden war, soll sie jetzt auf 40 Stunden steigen, bei gleicher Bezahlung.
„Natürlich sehen wir da einen Knackpunkt“, sagt die Vorsitzende des Lanxess-Betriebsrates in Dormagen, Gisela Seidel. Die Arbeitnehmervertreter seien gesprächsbereit, weil um die Investitionen Jobs sicherten. „Trotzdem werden wir über einige Punkte reden müssen“, so Seidel.
Die genaue Position des Betriebsrates wolle sie jedoch erst nach der Betriebsversammlung heute deutlich machen. Zum neuen Arbeitszeitmodell gehört außerdem ein neues Schichtsystem, das von fünf auf vier Schichten umgestellt wird und ein flexiblerer Personaleinsatz. „Da kommt einiges auf die Mitarbeiter zu“, so Seidel.
Esper wirbt dennoch dafür, die Entwicklung positiv zu sehen. „Wir erhalten mit diesen Entscheidungen Arbeitsplätze“, sagt er. Und es sei nicht auszuschließen, dass neue Stellen geschaffen würden, wenn es weiter so gut laufe.
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