Dormagen (NGZ). Dormagen (cs) Seit 1999 ist Dormagen fahrradfreundliche Stadt, die Zahl der Radfahrer, die bei Unfällen verletzt werden, ist allerdings gestiegen. Die NGZ sprach darüber mit Polizei-Sprecher Bernd Schmutzler.
Herr Schmutzler, wie häufig sind Radfahrer an Verkehrsunfällen beteiligt?
Bernd Schmutzler Leider steigt die Zahl der Radfahrer, die bei Unfällen verletzt oder sogar getötet werden - kreisweit und auch in Dormagen. Im Zeitraum von Januar bis August wurden im Rhein-Kreis Neuss drei Radfahrer getötet, 348 verletzt. Im gleichen Zeitraum 2006 hatten wir zwei Tote und 306 Verletzte.
Wie sieht es für Dormagen aus?
Schmutzler In diesem Jahr wurden bis August 63 Menschen verletzt, davon 14 schwer. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 50 Verletzte, allerdings musste ein Radfahrer sterben. Im Kreisvergleich liegt Dormagen im oberen Segment hinter Neuss - über dem Durchschnitt.
Könnte das daran liegen, dass in Dormagen mehr Radfahrer unterwegs sind als in anderen Städten?
Schmutzler Dazu liegen uns keine Vergleichszahlen vor.
Gibt es Auffälligkeiten bei den Verkehrsunfällen mit Radfahrern in Dormagen?
Schmutzler Wir stellen fest, dass zunehmend Radfahrer sich falsch verhalten. Ein Beispiel: Auf der Flora- und Bahnhofstraße sind auf beiden Seiten Schutzstreifen angelegt, aber oft benutzen Radfahrer den Bürgersteig oder fahren auf dem Streifen für die entgegengesetzte Richtung.
Und auf der Europastraße kommen viele Radfahrer mit Schwung von der Bahnüberquerung herunter und fahren dann an den Ampeln trotz „Rot“ weiter. Dadurch entstehen gefährliche Situationen.
Wie reagiert die Polizei?
Schmutzler Wir verstärken unsere Kontrollen, stehen außerdem ständig mit den Kommunen im Gespräch, um für solche auffälligen Stellen Verbesserungen zu finden. Darüber hinaus setzen wir verstärkt auf Aufklärung, weisen Radfahrer darauf hin, wie sie sich richtig verhalten. Zunehmendes Augenmerk widmen wir dabei Rad fahrenden Senioren, die überdurchschnittlich oft an Unfällen beteiligt sind.
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