Dormagen (NGZ). Dr. Paul Klüger, Anästhesist am Kreiskrankenhaus in Hackenbroich, hat an der Emdener Straße eine Suchtklinik eröffnet. In der einzigen Praxis dieser Art in Dormagen werden Heroin-Abhängige mit Methadon versorgt.
Heroin-Abhängige haben fortan auch in Dormagen eine Anlaufstelle. Dr. Paul Klüger, der hauptberuflich am Kreiskrankenhaus in Hackenbroich als Anästhesist arbeitet, hat an der Emdener Straße 10 eine Suchtklinik eröffnet, in der drogensüchtige Menschen mit der Ersatzdroge Methadon versorgt werden. In der Praxis in Horrem bietet der 57-jährige Arzt an sieben Tagen in der Woche seine Hilfe von 9 bis 13 und 17 bis 19 Uhr an. Auch flexible Termine sind nach Absprache möglich.
Die Lage der Praxis hat nach Klügers Meinung gleich zwei Vorteile: Sie liegt im Industriegebiet – Anwohner würden also nicht gestört – und gleichzeitig zentral. Klüger jedenfalls findet den Standort, der von außen aussieht wie die Firmenzentrale eines mittelständischen Unternehmens, "sehr ansprechend – man fühlt sich wohl hier ".
Kontakt
Öffnungszeiten Täglich, montags bis sonntags, von 9 bis 13 Uhr und von 17 bis 19 Uhr; Absprachen für Berufstätige sind auch flexibel möglich.
Ort Die Praxis liegt an der Emdener Straße 10.
Kontakt Dr. Paul Klüger und seine Frau Bettina sind telefonisch unter 02133-9749745 erreichbar.
Insgesamt 50 Patienten könnte Klüger theoretisch in der schlicht eingerichteten Praxis betreuen, dafür hat die Kassenärztliche Vereinigung ihr Okay gegeben. Derzeit kommt ein Patient täglich an die Emdener Straße, um sich mit Methadon versorgen zu lassen. Dr. Klüger, der eine Zulassung hat, um Opiatabhängige zu substituieren, schließt damit in Dormagen eine Lücke. In Neuss gibt es drei Ärzte, die Methadon ausgeben, in Grevenbroich einen und jetzt eben auch eine Anlaufstelle in Dormagen.
Patienten, die die Hilfe von Dr. Klüger in Anspruch nehmen möchten, müssen eine Prozedur durchlaufen: "Zunächst brauche ich eine Überweisung durch den Hausarzt – die bekommt man jedoch problemlos", erklärt der Arzt. Nach einen Informationsgespräch und einer körperlichen Untersuchung – oft leiden Abhängige unter Hepatitis C oder HIV – wird mit dem Patienten ein Vertrag abgeschlossen. Darin muss sich der Patient unter anderem verpflichten, mit einem psychosozialen Dienst zusammenzuarbeiten. Außerdem müssen Patienten die Hausordnung beachten. Das heißt: Keine Tiere, Patienten müssen sich zivilisiert benehmen und – logisch – wer mit Drogen dealt, fliegt raus. Etwa eine Woche vergeht, bis die Patienten dann mit der Ersatzdroge versorgt werden, deren Menge im Verlauf der Therapie in Absprache mit dem Patienten langsam abgesenkt wird.
Beim Methadon fehlt der Kick
Die Dauer der Behandlung ist demnach individuell. "Im Gegensatz zum Heroin fehlt beim Methadon der Kick", erklärt Klüger. 24 Stunden hält die Wirkung des Opiats, das als Flüssigkeit getrunken wird.
Dr. Klüger, der seit 1982 am Kreiskrankenhaus beschäftigt ist, ist Idealist: "Ich kann den Menschen helfen, ich kann etwas bewegen: das zählt."
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