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Dormagen im 4. Jahrhundert: Mit Marcus in Durnomagus

VON MARGARETHE PLUTA - zuletzt aktualisiert: 22.11.2009 - 21:30

Dormagen im 4. Jahrhundert (NGZO). Michael Kuhn (53) geht in dem historischen Roman "Marcus" unter anderem auf Dormagen im 4. Jahrhundert ein. Das Wissen hat sich der Buchautor bei Ausgrabungen in der Innenstadt angeeignet.

Info

Ausgrabung

Neben dem Rathaus stießen Archäologen im vergangenen Jahr auf Überreste früher Verteidigungsanlagen des Römerlagers. Außerdem fanden sie Nägel, Münzen, Reste von Webstühlen, ...

Zwei Monate lang ist Michael Kuhn täglich von Aachen nach Dormagen gefahren, um sich auf dem Areal der Rathaus-Arkaden in einem Erdloch zu verkriechen und zu graben. Und mit jeder Münze, mit jeder Scherbe, die er fand, wurde sein Bild von Dormagen – oder besser gesagt: vom römischen Durnomagus – immer deutlicher. Am Ende der Ausgrabung hatte der 53-jährige Historiker nicht nur eine konkrete Vorstellung, wie das Kastell ausgesehen hat, er hatte auch eine Idee, wie er sein Wissen anschaulich wiedergeben könnte – das war die Geburtsstunde von "Marcus", einem historischen Roman über einen gleichnamigen römischen Offizier.

"Die Geschichte spielt im vierten Jahrhundert. Um genau zu sein im Jahr 356 nach Christus", erklärt der aus Aachen stammende Buchautor. In dieser Zeit steht der Held der Geschichte, Marcus Junius Maximus, vor der Bewährungsprobe seines Lebens. Der junge Offizier soll nämlich mit den römischen Truppen von Caesar Julian in Mainz (Mogontiacum) aufbrechen, um das von Franken besetzte Köln (Colonia) zurück zu erobern. Auf dem Weg erlebt Marcus zahlreiche Abenteuer, blutige Kämpfe und die Liebe seines Lebens. Kurz vor dem Ziel – auf Seite 398 von 440 – betritt der Offizier Dormagen. Sein Eindruck vom Kastell: "Eine schwache Anlage, die einen Vergleich mit Rigomagus (Remagen) oder Bodobrica (Boppard) nicht Stand hielt. Zu klein, um schweren Geschützen Platz zu bieten, traten die Türme an der Feldseite auch nicht hervor, so dass ein Feind mühelos bis zum Fuß der Mauern vordringen kann, ohne von der Seite beschossen zu werden." Erkenntnisse, die der Hobby-Archäologe bei den Ausgrabungen im Juni und Juli 2008 in Dormagen gewonnen hat.

"Das Kastell bot für römische Soldaten wegen seiner Größe irgendwann keinen ausreichenden Schutz mehr, deshalb zogen sie sich in das damals auf der gleichen Rheinseite gelegene Haus Bürgel zurück", erklärt Kuhn einen Vorgang, den sein Romanheld folgendermaßen beschreibt: "Einer Schar Plünderer mochten die Wälle trotzen, aber einem ernsthaften Angriff waren sie nicht gewachsen. Weshalb die Besatzung sich auch fluchtartig in das nahe gelegene Burungum zurückzog, als die Franken vor drei Jahren erneut den Rhenus überschritten." In Durnomagus seien daraufhin nur die Zivilisten geblieben. Eine wahre Begebenheit? "Sie könnte durch die Funde, die wir im vergangenen Jahr gemacht haben, wahr sein", sagt der Buchautor. Ihm als Historiker reiche es aus, eine Geschichte zu schreiben, die so zwar nicht belegt ist, aber exakt so passiert sein könnte – mit tatsächlich existierenden Handlungsorten und teilweise sogar mit historischen Personen, so wie Caesar Julius, der wirklich in dieser Zeit gelebt hat.

Und um sein Werk perfekt zu machen, findet der Roman mit der Rückeroberung Kölns nicht nur ein gutes Ende, an dieses schließt sich noch ein 100 Seiten langes Kapitel an. "Unter dem Motto ,Spurensuche' wollte ich alle Orte, die in dem Buch vorkommen, zusammenfassen und erläutern", erklärt Michael Kuhn. Entstanden ist auf diese Weise auch ein historischer Reiseführer von der Mosel bis zum Rhein.

Info "Marcus", Ammianus-Verlag 2009, ISBN 978-3-9812285-1-9, 19,90 Euro.

Quelle: RP

 
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