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Dormagen: Mit Musical gegen Gewalt

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 10.11.2010

Dormagen (NGZ). Jugendliche der Hermann-Gmeiner Hauptschule und des Raphaelshauses nehmen an dem Vorbeugungsprojekt Projekt "Stark ohne Gewalt" teil: In drei Tagen erarbeiten sie mit den Profis von GenRosso ein Musical.

Aufmunterung zu den harten Proben für das Musical "Streetlight" der Initiative "Stark ohne Gewalt": Friedhelm Römer-Engler (Raphaelsschule), Klaus Krützen (Hauptschule), Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Gerd Trzeszkowski. Foto: NGZ
Aufmunterung zu den harten Proben für das Musical "Streetlight" der Initiative "Stark ohne Gewalt": Friedhelm Römer-Engler (Raphaelsschule), Klaus Krützen (Hauptschule), Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Gerd Trzeszkowski. Foto: NGZ

Singen und Tanzen – das ist sein Ding. Und das vor großem Publikum. Für Sven aus dem Raphaelshaus geht ein Traum in Erfüllung.Innerhalb von drei Tagen vom Jugendlichen mit Gewaltkarriere zum Musicalstar. Doch vor dem großen Auftritt ist schweißtreibende Arbeit gefordert. Ab Montag, 8.15 Uhr wird geprobt – im Raphaelshaus und an der Hermann-Gmeiner-Schule. Wichtiger noch: Für Mittwoch 18 Uhr ist die Turnhalle im Sportzentrum Zons gebucht. "Dann muss die Aufführung stehen", sagt sein Schulleiter Friedhelm Römer-Englert und spornt ihn an. Das ist nicht nötig. "Ich werde alles geben", sagt der Vierzehnjährige. Lampenfieber kennt er nicht: "Ich nehme das ganz cool".

Info

Musical Streetlight

Die Schüler trainieren am Montag und Dienstag das Musical Streetlight. Es wird dann am Mittwoch, 17. November, ab 18 Uhr in der Halle des Sportzentrums Zons aufgeführt. Eine zweite Aufführung für Schulen folgt am Donnerstag, 18. November um 10 Uhr an gleicher Stelle.

Der Eintritt kostet sechs Euro.

Der Sinn des ganzen Unterfangens? "Wir lernen, dass es auch ohne Gewalt geht." "Stark ohne Gewalt heißt das Projekt". Er selbst hat einschlägige Erfahrungen: "An meiner früheren Schule habe ich auch schnell zugeschlagen." Jetzt im Verbund der Raphaelsschule in der kleinen Gruppe, rastet er nicht mehr aus. "Ich weiß doch, dass wir zusammengehören." Und er hat erfahren: "Stark sein kann man auch ohne Gewalt. Zu was Gewalt führen kann, hat er bei seinem Bruder erlebt. Bei dem ist es schief gegangen." So will Sven nicht enden.

Und auch nicht die anderen rund 550 Schüler, die in das Musical eingebunden sind. Montag und Dienstag wird geprobt mit den Profis der internationalen Gruppe GenRosso, die mit ihrem "Streetlight-Priojekt " seit geraumer Zeit an den Schulen mit Jugendlichen arbeiten. 16 Musiker und Tänzer aus neun Nationen – das verspricht Spannung pur.

Darunter sind Eric Ehrungu Mwangi alias Charoles Moats, Mitglied einer Gang im Chicago in den sechziger Jahren, der seine Umgebung hinterfragt, der sich für andere engagiert. Und da ist der Brasilianer Adelsojn Reis de Olivera als Trey Evers, der mit Charles Ideen sympathisiert, es aber nicht zugeben will. Er wird schließlich umgebracht. Das Musical schildert einen authentischen Fall auch den Sechzigern. Und es gibt die "Guten" wie die Mitglieder der Band "Streetlight", die Charles schließlich aus der Gang rettet und ihn in seinen Ideen verstärkt– Stark ohne Gewalt.

Beeindruckt von der Aktion zeigt sich auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke: "Hier werden die Jugendlichen direkt in ihrer eigenen Szenerie und in ihrer Welt angesprochen. Das kommt an." Auch Klaus Krützen, Leiter der Hauptschule, sieht dieses Musical als einen erfolgversprechenden Weg ugendliche zu erreichen. "Die Identifikation mit Charles erreicht mehr als noch so viele Appelle an die Jugendlichen."

Quelle: NGZ


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