Dormagen (NGZ). Dormagen (mp) Die Einsamkeit kann jeden treffen, muss sie aber nicht. Man kann sich auch dagegen schützen, irgendwann ganz allein da zu stehen. Wie das möglich ist, verriet am Freitagabend Dagmar Drossart von der Seniorenberatungsstelle des Diakonischen Werkes.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Internationalen Frauentag referierte die Dormagenerin über das Thema: „Mitten im Leben und doch einsam und allein“.
Insgesamt 30 Frauen kamen zu der Veranstaltung in die Stadtbiblothek. „Das ist ein Thema, das die Leute interessiert“, resümierte Brigitte Pfeiffer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dormagen. Sie hatte den Abend zusammen mit dem Frauenzimmer und der Stadtbiblothek organisiert.
„Das Thema schließt an das Frauenforum an, in dem es um die Wohnungsmöglichkeiten im Alter ging“, erklärte Pfeiffer und verwies auf eine paar Tage vorher stattgefundene Veranstaltung.
Denn Einsamkeit könne man ganz leicht vorbeugen, indem man frühzeitig nach Wohnformen suche, die Gemeinschaft ermöglichen. Auf diese Weise könne nicht das passieren, was Drossart beispielhaft in ihrem Vortrag von ihrer Arbeit zu berichten wusste.
„Ich kenne einen Mann, der zwei Jahre nicht aus seiner Wohnung ging, weil er die Treppen nicht mehr bewerkstelligen konnte“, sagte Drossart und der Schrecken kroch über die Zuhörerinnen.
Es war ihnen anzusehen, dass sie verunsichert waren, ob sie nicht selbst einmal in die gleiche Situation kommen. Die Seniorenbeauftragte des Diakonischen Werkes zeigte dann auch eine Statistik über Bindungen und Beziehungen von 75 Jahre alten Menschen in Deutschland. Nach dieser verfügten nur acht Prozent der Befragten über ein intensives Familiennetzwerk und 22 Prozent über lediglich weniger enge Beziehungen zu ihren Angehörigen.
„Und die Situation wird in den nächsten 20 Jahren noch brisanter werden“, meinte Drossart und suchte den Bezug zu Dormagen.
Bereits jetzt sind von 63 556 Dormagenern 17 415 zwischen 36 und 51 Jahre alt. „Das ist ein Drittel der Bevölkerung“, erklärte Drossart und verwies darauf, dass diese Menschen in 20 Jahren zwischen 56 und 71 Jahre alt sein werden. „Die Leute müssen sich frühzeitig überlegen, wie sie im Alter leben wollen“, führte die Seniorenbeauftragte weiter aus, denn Einsamkeit könnte sie schneller treffen, als ihnen lieb ist.
„Es gibt auch viele junge Menschen, die mit dem Problem zu kämpfen haben“, so Drossart. Denn gerade Singles, Alleinerziehende, Geschiedene und Verwitwete sind von dem Problem besonders betroffen. „Und wenn die Menschen das nicht rechtzeitig realisieren, dann wird es immer schwieriger aus der Einsamkeit herauszukommen“, meinte die Referentin und stürzte die Frauen in eine lebhafte Diskussion über die Wohnformen und Kontaktmöglichkeiten.
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