Dormagen (NGZ). Zons Am Dienstag Nachmittag war vor dem Kreisarchiv viel los: Ein großer Lieferwagen passierte gegen 15 Uhr die Tore vom Schloss Friedestrom und hielt vor der Tür des Archives. Er brachte ein 46 Jahre altes Holz-Modell von Zons, das bislang im Zollmuseum in Hamburg ausgestellt war. Jetzt gehört die Nachbildung der Zollfeste dem Kreisarchiv.
Das Modell wurde 1961 von zwei Zollbeamten aus Köln gefertigt. „Die beiden waren Hobby-Modellbauer, die sich in ihrer Freizeit mit der Nachbildung von verschiedenen Örten befassten“, erklärt Dr. Karl Emsbach, Leiter des Kreisarchivs. Eines Tages seien die Kölner auf ein Modell von Zons aus den dreißiger Jahren gestoßen.
„Dieses hat damals der Lehrer Riffel für den Heimatkundeunterricht gebaut“, weiß Emsbach. Das Modell und die Verbindung der „Zoll“feste mit der „Zoll“kriminalinspektion, für die die Modellbauer arbeiteten, fanden sie wohl so spannend, dass sie sich das alte Modell von der Stadt Dormagen ausliehen und es in ihrer Freizeit nachbauten. „Das erste Modell war zu dem Zeitpunkt auch schon alt und angeschlagen“, weiß der Kreisarchivsleiter. „Deshalb war es eine gute Idee der Kölner, das Holzmodell nachzubauen“, erklärt Emsbach und freut sich, das 2,20 Meter lange und 1, 60 Meter breite Stück wieder in die Heimat gebracht zu haben.
Nachdem das Holzmodell 1961 fertiggestellt worden ist, stand es zunächst bei den Erbauern in Köln und seit der Eröffnung des Zollmuseums in Hamburg. Anfang des Jahres startete dieses Museum eine Neuorganiserung, bei der ein stärkerer Bezug der Ausstellungsstücke zum Thema Zoll gesucht wurde. Deshalb wurde das Modell von Zons aussortiert.
„Das Zollmuseum hat gemerkt, dass die Zollfeste Zons wenig mit dem Zoll zu tun hat und mich vor zwei Wochen angerufen“, erinnert sich Emsbach. „Sie wollten wissen, ob das Kreisarchiv das Modell haben möchte“, sagt der Leiter des Archivs freudestrahlend. Denn die Antwort war für den Kreisarchivar ganz selbstverständlich „ja“. Vor allem vor dem Hintergrund, dass das Kreisarchiv das Holzmodell kostenlos bekam, zögerte der Leiter nicht lange. „Das ist einfach ein Stück Heimat, das wieder nach Zons zurück gekommen ist“, findet er.
Der Transport von Hamburg nach Zons erwies sich jedoch als nicht ganz unproblematisch. Weil das Modell eine Sicherheitsglas-Abdeckung hat, die immerhin vier Zentner wiegt, mussten gleich vier starke Männer „mitgeliefert“ werden. Mit vereinten Kräften und einer Stunde Körpereinsatz war das Modell dann aber an Ort und Stelle angekommen und Dr. Emsbach glücklich und zufrieden, obwohl die Überführung den Kreis stolze 2500 Euro gekostet hat.
Trotz der ganzen Anstrengungen findet Emsbach, dass sich die Mühe gelohnt hat. „Das Modell ist da, wo es hingehört und wir können das Modell von Riffel wieder der Stadt zurückgeben“, meint er. Denn ab 1991 stand dieses Modell als Dauerleihgabe im Archiv.
Ob das Riffel-Modell jedoch wieder nach Dormagen kommt, oder doch in Zons bleibt, steht noch nicht fest. Denn der Heimat- und Verkehrsverein Zons hätte schon großes Interesse an der Leihgabe gezeigt.
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