Deutsche Pentosin-Werke (NGZO). Deutsche Pentosin-Werke in St. Peter stellen Automobilflüssigkeiten vom Kühlerschutz über Getriebe- und Hydrauliköl bis zur Bremsflüssigkeit für den Weltmarkt her.
St. Peter Herbstzeit ist Frostschutzzeit. Doch allein bei dem Begriff "Frostschutzmittel" für das Auto geht Dr. Olaf E. Wenz (47) der Hut hoch. Der Chemiker spricht von "Kühlerschutzmittel". Damit unterstreicht der Betriebsleiter der Deutschen Pentosin-Werke in Dormagen, neben den Hauptsitz in Wedel bei Hamburg die zweite wichtige Produktionsstätte in Deutschland, die Bedeutung der Flüssigkeit für das Auto: "Der Kühlerschutz sollte auch im Sommer im Auge behalten werden und spätestens alle zwei Jahre ausgetauscht werden." Moderne Kühlerschutzmittel sorgen laut Wenz für den Schutz des Wassers bei allen Temperaturen.
Kanalanschluss
Beim dem Besuch von Gabriele Böse bei der Deutschen Pentosin-Werke wurde auch ein heikles Thema angesprochen: Das Betriebsgelände ist nicht an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen. Die Leitungen enden etwa 300 Meter vor dem Grundstück. Offensichtlich gibt es aber jetzt Bestrebungen die Straße hinter dem Grundstück weiter zu führen und dann zu kanalisieren.
Kühlerschutz aus Dormagen wird momentan an der Tankstelle, bei den Automobilunternehmen und den Mineralölgesellschaften besonders stark nachgefragt. Im Werk in St.Peter laufen die Produktionsstraßen und Verpackungsautomaten auf Hochtouren. Wenz: "Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat zwar eine Delle hinterlassen. Doch wenn weniger Autos verkauft werden, läuft das Geschäft mit Ersatzölen umso besser." Jetzt kommen die im Boom gekauften Autos zum Ölwechsel oder zum Austausch der Bremsflüssigkeit oder des Hydrauliköls in die Werkstätten. Und Pentosin hat dabei einen ausgezeichneten Ruf – Wenz vergleicht ihn mit der Marke CocaCola bei den Erfrischungsgetränken.
Auf dem Hof wird gerade ein Lastwagen mit Gebinden von der Ein-Liter Dose bis zum großen Garagenfass beladen, die für Ägypten bestimmt ist. Andere Chargen gehen nach China oder Russland. "Die meisten internationalen Transporte werden per Schiff über Antwerpen, Rotterdam oder Hamburg abgewickelt." Aber auch die Kennzeichen der Lkw auf dem Hof des Werkes an der Borsigstraße lässt erahnen, wie begehrt diese Produkte aus Dormagen sind. Türkei, Litauen, Russland.
Angeliefert wird das Öl per Tanklastzug oder mit der HGK-Bahn. Pro Wochen bringen allein drei 65-Tonnen-Waggons den Rohstoff, der die Autos laufen lässt. Die Flüssigkeiten wird zwischengelagert und dann je nach Verwendung mit Zusätzen versehen. Allein für die Bremsflüssigkeit werden aktuell 20 verschiedene Mixturen angeboten – weitere lagern in der Schublade. Das Unternehmen mit seinen 45 Mitararbeitern in Dormagen entwickelt im Stammsitz Wedel selbst die diversen Öle. Wird aber auch auf Kundenwunsch tätig.
So entwickelte Pentosin zum Beispiel auf Wunsch von VW das entsprechende Öl für die neue Doppel-Kupplungsgetriebe-Technik. Hergestellt werden die Flüssigkeiten für den Gabelstapler ebenso wie für den 1000-PS-Boliden von Bugatti, für Nutzfahrzeuge ebenso wie für den Motor-Rennsport. Dabei gibt es spezielle Vorgaben. So wurde eigens für ein BMW-Modell ein neues Getriebeöl entwickelt. Auch die Bremsflüssigkeiten und Hydrauliköle müssen für jedes Fahrzeug speziell abgestimmt werden. Beliefert wird die gesamte deutsche Automobil-Industrie.
Sicherheit hat seit der Ansiedlung des Unternehmens 1960/61 an der Borsigstraße eine umfassende Bedeutung. Das reicht von strengsten Vorkehrung bei Öl-Anlieferung und Verarbeitung der Flüssigkeiten bis zur Ausbildung von Mitarbeitern in der speziellen Sicherheitstechnik für den Betrieb. Aber auch bei den Produkten spielt der Sicherheitsgedanke eine überragende Rolle. "Alle Produkte sind chargiert", sagt Wenz. Das gilt nicht nur für die Flüssigkeit selbst, sondern auch für die Verpackung, die zum Teil Warnhinweise in 21 Sprachen enthält. "Wenn die Bremsen versagen und jemand gegen einen Baum fährt, lässt sich zurückverfolgen, ob es an der Bremsflüssigkeit gelegen haben könnte" erläutert Wenz. Das Unternehmen leistet damit eine große Hilfe bei der Unfallforschung.
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