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Tatort-Kommissare als Vater und Sohn: "Nach Hause in die Ferne"

zuletzt aktualisiert: 20.03.2002 - 21:46

Tatort-Kommissare als Vater und Sohn (NGZ). Mit etwas besorgter Miene blickt Wolf-Dietrich Brücker zum Himmel: "Hoffentlich fängt es jetzt nicht an zu regnen. Dann verzögert sich wieder alles." Mit "alles" meint der Redakteur die Drehaufnahmen für den Film "Nach Hause in die Ferne" mit Götz George, Klaus J. Behrendt und Ulrike Krumbiegel. Seit Mitte Februar dreht ein Team des WDR in Köln, Dormagen und Umgebung. Im Fernsehen zu sehen sein soll der 90-minütige Streifen Anfang nächsten Jahres. Klaus J. Behrendt (li), Götz George und Ulrike Krumbiegel am Rande der Dreharbeiten. Der Film "Nach Hause in die Ferne" wird zum Teil in Dormagen gedreht. NGZ-Foto: H. Jazyk

Heute steht eine entscheidende Szene auf dem Plan: Richard, gespielt von Götz George, war bis zu seiner Pensionierung leidenschaftlicher Busfahrer. Immer wieder zieht es den an Alzheimer Erkrankten, der bei Sohn Jochen (Klaus J. Behrendt) und Schwiegertochter Anja (Ulrike Krumbiegel) lebt, zu seiner alten Arbeitsstätte. Eines Tages entführt Richard einen Bus und verliert die Orientierung. Sein entsetzter Sohn und Schwiegertochter Anja suchen ihn und finden Richard schließlich in dem Bus am Rheinufer.

Es ist 13.30 Uhr, noch ist von den Protagonisten oder dem Rest des Teams nichts zu sehen. Auch der Bus, der eine entscheidende Rolle spielt, ist noch nicht aufgetaucht. Redakteur Brücker nimmt's gelassen: "Die kommen gleich alle. Und dann geht das ganz schnell. Das Team hat schließlich genug Routine", erklärt er überzeugt. Die Crew, die an diesem Tag komplett am Set erscheinen wird, besteht aus gut 30 Menschen. Kostüm- und Maskenbildner, Kamera- und Tonleute, Beleuchter und viele mehr sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

Die Tatort-Kommissare Klaus J. Behrendt (li) und Götz George als Vater und Sohn.

Nach und nach erscheinen sie, Trucks und Laster mit der gesamten Technik erscheinen, der Parkplatz an der Autofähre in Langel füllt sich langsam. "Die Schauspieler sind auf dem Weg, sie haben noch in der Stadt und im Haus in Dormagen gedreht", sagt Brücker. Das Haus, in das Richards Sohn mit seiner Frau gerade eingezogen ist, steht in Rheinfeld am Krahnenort und wurde extra für den Film und vor dem Einzug der Bewohner hergerichtet. "Bei den Außenaufnahmen ist entscheidend, dass die typisch niederrheinische Landschaft zu sehen ist", sagt Redakteur Brücker. Mittlerweile sind auch die Hauptdarsteller eingetroffen, aber: Der Bus fehlt.

Jetzt heißt es warten, Klaus J. Behrendt raucht schnell eine Zigarette, die Maskenbildnerin legt letzte Hand an die Ausstattung Georges. "Der Bus ist da!", ruft ein Produktionsmitglied. Bewegung kommt in die Crew: Der Bus muss nun eingerichtet, Technik und Kameras aufgebaut werden. Trotzdem keine Freizeit für die Darsteller: Ein Fototermin steht an. Zahlreiche Fotografen gruppieren sich um George, Behrendt und Krumbiegel, die sich schon in Position gebracht haben.

Blitzlichtgewitter, jeder ist auf der Jagd nach der besten Perspektive. "Endlich mal eine Rolle, in der ich nicht dauernd lächeln muss", sagt Götz George. Nächstes Motiv: Sohn und Schwiegertochter führen den verwirrten Richard von dem Bus weg, an dem sie ihn gefunden haben. Nun erst beginnt für Schauspieler und Team die eigentlichen Dreharbeiten der Szene.

"Jeder Drehtag kostet zwischen 15.000 und 20.000 Euro", sagt Brücker. Pro Drehtag kommen etwa dreieinhalb Filmminuten heraus. Nach 24 Drehtagen muss der Film stehen." Er verschwindet, hat alle Hände voll zu tun. Und hofft weiter, dass es nicht beginnt zu regnen. Anja Pick

Quelle: NGZ


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