Dormagen (NGZ). Dormagen Ein Schreiben des Dormagener Ordnungsamtes mit Auflagen für die Karnevalsumzüge sorgt für Verwirrung. Die Jecken befürchten, dass sie in der nächsten Session vor einem Berg von Bürokratie stehen.
„TÜV, ASU und noch mehr, bald gibt es keine Kamelle mehr“ beschwerte sich der Elferrat in Straberg und lästerte über „karnevalsgeprüfte Sicherheit“. „Mensch ärgere dich nicht!“ meinte eine Nievenheimer Fußgruppe zum Schreiben des Dormagener Ordnungsamtes.
Und auch in vielen anderen Orten des Stadtgebiets diskutierten die Narren in den vergangenen Tagen heftig über das sechsseitige Auflagen-Paket für die Karnevalsumzüge, das die Vereine kurz vor dem Start der fünften Jahreszeit erreicht hatte. Weil die Jecken Sturm liefen, ordnete Bürgermeister Heinz Hilgers an, in diesem Jahr noch einmal einen vereinfachten Genehmigungsbescheid zu verschicken. „Damit ist das Thema aber nicht vom Tisch, das kommt ja in irgendeiner Form wieder auf uns zu“, sagt Dirk Schubert, Zugleiter in Nievenheim.
Karnevalsumzüge
Zwischen Eintopfsamstag und Rosenmontag ziehen im Dormagener Stadtgebiet in neun Orten knapp 5000 Narren in Fußgruppen und auf Großwagen durch die Straßen.
Für besondere Irritationen hatten nicht nur die Sicherheitsvorschriften für die Großwagen gesorgt. Das Ausgeben von alkoholischen Getränken sei nicht gestattet, Verschmutzungen der Straßen seien umgehend zu beseitigen, und der Zug dürfe nicht auf überörtlichen Straßen oder Kreuzungen eine Pause einlegen war in den Bestimmungen zu lesen. „Das ist alles sehr unglücklich gelaufen“, gibt Bernd Witschke vom Ordnungsamt zu.
Bei den Vorschriften handele es sich nicht um neue Auflagen des städtischen Ordnungsamtes, sondern um Vorgaben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Wohnungswesen aus dem Jahr 2000. Es sei „ungeschickt“ gewesen, diese Regelungen einfach unkommentiert aufzuschreiben und an die Vereine weiterzugeben. „Ohne Erklärungen sind einige Vorschriften missverständlich“, sagt Witschke. So sei natürlich weiterhin erlaubt, beim Zug ein Bierchen oder auch einen kleinen Feigling an die - erwachsenen - Narren am Straßenrand zu verteilen. Flaschen dürften aber nicht geworfen werden.
Die Vereine müssten dafür sorgen, dass die Straßen nach dem Zug wieder gereinigt würden. „Das Wort umgehend ist aber interpretierbar, natürlich kann am Zugtag selbst auch erst noch ein bisschen gefeiert werden“, so Witschke. Und die Großwagen müssten nicht jedes Jahr zum TÜV, sondern nur, wenn am Fahrzeug grundlegende Änderungen vorgenommen worden seien. „Wir haben nicht die Absicht, den Karnevalsvereinen das Leben schwer zu machen“, so Witschke.
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