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Stadtranderholung der etwas anderen Art: Neptuntaufe für junge Kajakfahrer

zuletzt aktualisiert: 29.07.2005 - 22:18

Stadtranderholung der etwas anderen Art (NGZ). Zum Mittag gibt es unter dem Zeltdach Kartoffeln auf Neptun-Art, die Gipsbilder mit Rheinsand, Muscheln und anderem Strandgut trocknen in der Sonne - rund ums Wasser dreht sich die Stadtranderholung der etwas anderen Art auf dem großen Vereinsgelände des Wassersportclubs WSC Bayer Dormagen in Zons.

Höhepunkt ist das tägliche Training in Kajaks auf dem Rhein - natürlich in Ufernähe. „Mitten auf dem Rhein ist die Strömung zu stark, die Kinder bleiben mit den Kajaks zwischen den Buhnen“, erklärt Monika Münchow vom zwölfköpfigen Betreuerteam. Zum Beginn hatten manche der 24 Jungen und Mädchen zwischen sechs und elf Jahren noch Schwierigkeiten mit der Sportart im nassen Element.

„Anfangs hat sich mein Boot immer gedreht“, erzählt die neunjährige Eva, und Katrin (10) musste sich erst einmal an die richtige Handhabung des Paddels gewöhnen. Doch das ist vorbei: „In den wenigen Tagen haben die Kinder sehr viel gelernt, sind begeistert bei der Sache“, lobt Jugendwart Theo Nüsing. Wettkampftauglich sind die Nachwuchssportler nach sechs Tagen natürlich nicht. „Anfangs üben wir erst einmal, geradeaus zu fahren“, erzählt Silke Kukovicic.

Die 13-Jährige leitet mit Dennis Sternemann (17) eine der vier Gruppen an. Geübt wird aber auch der Ausstieg aus dem gekenterten Kajak. Etwas mulmig sei es ihr unter Wasser schon gewesen, räumt Wiebke (11) aus Delrath ein. Yannick mit seinen zehn Jahren ist dagegen schon ein „alter Hase“ und seit vier Jahren im WSC. Er fährt auch schon bei Wettkämpfen mit. Im Bootshaus liegt sein eigenes Boot mit dem Namen „Blitz“.

Eine Stunde am Tag wird im Kajakeiner gepaddelt, doch auch in der übrigen Zeit kommt keine Langeweile auf. Das Polizeiboot war da und konnte eingehend inspiziert werden. Ansonsten stehen Tischtennis und Fußball auf dem Programm, oder die Kinder erleben unter dem Mikroskop, wie lebendig es im Rheinwasser zugeht. Eva hat beispielsweise durchsichtige Flohkrebse gesehen. Am letzten Abend übernachteten die Jungen und Mädchen nach einem Abend am Lagerfeuer auf dem Gelände.

Und auch die Neptuntaufe haben sie bereits hinter sich - mit viel Rheinwasser. Und von dem sicher köstlich schmeckenden Getränk, das der Meeresgott mitbrachte, wird nur soviel verraten, dass unter anderem Ketchup, Senf und Karottensaft zu den Bestandteilen gehören. Spaß gemacht hat die Woche trotz dieses Rezeptes, und laut Jugendwart Theo Nüsing wird bereits an eine Wiederholung 2006 gedacht. Vor drei Jahren hatte der Wassersportclub Bayer Dormagen erstmals eine Stadtranderholung ausgerichtet, danach stand der Umbau des Klubhauses im Vordergrund.

Mehrere Teilnehmer von 2002 sind heute im Verein, die 13-jährige Ronja Bude beispielsweise ist jetzt als Betreuerin dabei. „Das Interesse der Kinder an dieser Sportart, die ja im Fernsehen nicht sehr präsent ist, ist groß“, erläutert Nüsing. Der Jugendgruppe des Wassersportclubs gehören rund 80 Jungen und Mädchen ab sechs Jahren an.

„Ein Problem ist manchmal, auch die Eltern für den Wassersport zu gewinnen. Kajakfahren ist ein Familiensport. Beispielsweise bei Ausflügen mit kleineren Kindern auf die Lippe oder andere Gewässer ist es ratsam, dass auch einige Mütter und Väter mitfahren.“ Vielleicht aber steckt die Begeisterung der Kinder nach einer Woche Kajakfahren auch die „Großen“ an. (cs)

Quelle: NGZ


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