Dormagen (NGZ). Dormagen Das Bild auf dem Umschlag zeigt den Tragflügel eines Flugzeuges, das im blauen Himmel über den Wolken schwebt. „Das soll nicht symbolisieren, dass wir die Bodenhaftung verloren haben und abgehoben sind“, sagt Herbert Daniel, Leiter des Fachbereichs Kultur im Dormagener Rathaus. „Wir wollen unseren Horizont erweitern und neue Wege beschreiten.“
Die Präsentation des Kursusprogramm der Volkshochschule für das erste Halbjahr 2007 stand deshalb ganz im Zeichen der Veränderung. Denn es könnte das letzte Programm sein, das von der VHS in ihrer heutigen Form angeboten wird. „Gemeinsam mit dem Bürgermeister werden wir im Frühjahr 2007 konkret überlegen, welche neue Struktur die VHS in Zukunft erhalten wird“, so Daniel.
Diskutiert würden verschiedene Modelle - vom Eigenbetrieb, vergleichbar mit dem Baubereich, der Anfang des nächsten Jahres ausgegliedert wird, über eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) wie die Technischen Betriebe Dormagen bis zu einer GmbH. „Ziel ist es, dass wir wirtschaftlicher, aber auch eigenständiger arbeiten können“, sagt Daniel. Die VHS werde ein Budget erhalten und selbst entscheiden, für was sie das Geld ausgebe. Zu hohe Erwartungen vor Einsparmöglichkeiten dämpft der Kultur-Fachbereichsleiter aber bereits jetzt: „Weiterbildung wird nie kostendeckend machbar sein, die VHS wird, in welcher Form auch immer, für die Stadt ein Zuschussgeschäft bleiben.“
Wichtige Weichen für eine wirtschaftlichere Arbeit seien bereits im vergangenen Jahr gestellt worden. „Unsere neue Gebührenordnung hat dazu geführt, dass wir über 70 Kurse mehr anbieten konnten“, sagt VHS-Leiterin Claudia Stawicki. Früher fielen Kurse aus, wenn sich nicht genug Teilnehmer angemeldet hatten. Heute wird ihnen angeboten, einen höhere Beitrag zu zahlen - und das Seminar kommt zustande. „Die Teilnehmerzahl ist 2006 um 500 gestiegen“, so Stawicki.
Bewusst biete die VHS verstärkt auch Kurse an, die die Kasse füllen. „Natürlich gehören Wein- oder Segelkurse es nicht zum Auftrag einer kommunalen Weiterbildungseinrichtung aber wenn wir mit diesen Seminaren ein Plus machen, können wir wiederum Deutsch-Kurse quersubventionieren, die ein Verlustgeschäft sind, aber zu unseren Aufgaben gehören“, erklärt Stawicki. Diese „Mischkalkulation“ werde in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen.
Das Interesse an den Kursen „Deutsch als Fremdsprache“ sei seit dem neuen Integrationsgesetz 2005 sprunghaft gestiegen. Zurzeit liefen zehn Kurse, trotzdem musste eine Warteliste eingerichtet werden. Sehr gefragt ist nach wie vor der Gesundheitsbereich rund um die Themen Entspannung, Stressbewältigung und Fitness, deshalb bildet diese Sparte auch im Programm 2007 einen Schwerpunkt. Gleiches gilt für Kochkurse zu bestimmten Themen wie asiatische Küche, Tapas oder Fingerfood. Bei Fremdsprachen wird immer gezielter auch nach Nachweisen für die berufliche Qualifikation oder Fachvokabular gefragt.
Neu ist der eigene Bereich „50 plus“ im VHS-Programm, der die Kurse bündelt, die sich speziell an Menschen richtet, die 50 Jahre und älter sind. „Wir müssen der Entwicklung Rechnung tragen, dass auch die Menschen in Dormagen immer älter werden“, sagt Herbert Daniel. Es sei wichtig, sie im Beruf zu fördern, aber nach dieser Lebensphase auch am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen.
Die VHS erhält 2007 einen städtischen Zuschuss von 328 000 Euro, 40 000 Euro weniger als 2006. Allerdings soll die angekündigte Kürzung des Landes aus der Stadtkasse ausgeglichen werden. „Welche Summe das Land streicht, wissen wir noch nicht genau“, so Daniel.
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