Stärkung der Gruppe WinD, Patenschaften und Ordnungskolonne (NGZ). Von Chris Stoffels
Die Klagen über Müll und Dreck in der Stadt zählen zu den häufigsten Beschwerden der Bürger im Rathaus. Ein Grund, die Sauberkeit stärker in dem Bewusstsein nachlässiger Bürger zu verankern. Mit einer Vielzahl von Aktionen soll Dormagen "sauberhaft" werden. Die Palette reicht von Patenschaften für Grünanlagen bis zu "Sauberkeits-Sherriffs".
Ende vergangener Woche studierten Politessen, Schulhausmeister und Kontrolleure des Tiefbauamtes erstmals die Paragrafen einer Verordnung, die der Stadtrat zwar verabschiedet hat, die aber erst nach der Genehmigung durch die Bezirksregierung in Kraft treten kann: die Ordnungsgelder wegen Verstößen gegen die Sauberkeit. Den Kaugummi ausspucken oder die Zigarettenkippe weg schnippen soll dann saftige Ordnungsgelder kosten, ein Katalog, der sich bis zu gravierenden Müll-Verstößen steigert.
Doch dieser Paukenschlag in Sachen "sauberhaftes Dormagen" ist nur ein Aspekt der neuen Reinheit in der Stadt. Bürgermeister Reinhard Hauschild: "Ziel ist es, der Sauberkeit in der Stadt einen neuen Stellenwert zu geben. Dabei wird nicht nur die kurzfristige Verbesserung der Sauberkeit angestrebt, sondern vor allem eine Veränderung des Bewusstseins der Bürger." Bereits die Jungen und Mädchen im Kindergarten und in der Schule sollen die öffentlichen Reinheitsgebote verinnerlichen.
Schlagartig den Bürgern bewusst werden soll die Thematik mit dem Sauberhaft-Tag im Frühjahr - der nächste ist am 15. März. Hauschild: "Wer einmal selbst den Dreck fortgeräumt hat, schmeißt nie wieder achtlos Dinge fort." Immerhin beteiligten sich bereits in diesem Jahr fast 3.100 Menschen an der Aktion im April. Die Ergebnisse dieses Tages und die Planung weiterer Aktivitäten ist Aufgabe der Sauberhaft-Konferenz.
Dieses Gremium hat bereits eine Fülle weiterer Dinge angedacht. So soll das Sauberhaft-Mobil - in diesem Jahr bisher nur 99 Mal angefordert - deutlich verstärkt werden. Das Mobil wird vom Internationalen Bund mit der Aktion WinD berieben und räumt überall dort auf, wo Bürger achtlos oder vorsätzlich ihren Müll "entsorgt" haben. Die Bereitschaft dieser schnellen Eingreiftruppe in Sachen Müll - zu erreichen unter der Nummer "257-123, dann kommt's vorbei" - soll ab Februar dank des Programms "Arbeit statt Sozialhilfe" von 210 auf 280 Wochenstunden aufgestockt werden.
Im Rahmen dieses Projektes sollen auch Helfer mit Handkarren ausgestattet werden, die in der Fußgängerzone für Ordnung sorgen. Wünschenswert, aber von der Stadt derzeit nicht finanzierbar, wäre ein "City-Clean-Car", für das jetzt Sponsoren gesucht werden sollen. Die Stadt selbst will mit gutem Beispiel voran gehen und verstärkt für Sauberkeit auf ihren Liegenschaften sorgen, "obwohl hierzu nur in begrenztem Umfang personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen".
Als ein erster Schritt wurde zum Beispiel das Grundstück Castellstraße gerodet. Ein besonderes Augenmerk der Stadt in Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen Institutionen gilt den Graffiti-Schmierereien an Fassaden, Brücken und Wänden. Dazu zählt auch, dass bereits möglichst früh Themen wie Sauberkeit, Müllvermeidung, Mülltrennung und ähnliches in der Kindergärten besprochen werden, die Kleinen mit einer Sauberhaft-Haltung erzogen werden. Gerade bei Kindern haben Hauschild und seine Mitstreiter ein hohes Maß an Bereitschaft gefunden, sich für Sauberkeit und Umwelt zu engagieren.
Das bürgerschaftliche Engagement, das sich an den Sauberhaft-Tagen äußert, soll auch weiter genutzt werden. So will die Stadt Patenschaften für Grünflächen und städtische Bezirke organisieren. Die Paten sollen nicht in erster Linie selbst mit Schaufel und Rechen ausrücken, sondern im Bedarfsfall das Sauber-Mobil bestellen.
Schließlich sind "Sauberhaft-Foren" geplant, die sich in den einzelnen Stadtteilen um das Thema kümmern sollen. Begleitet werden soll das Gesamtpaket mit einer Fülle von Aktionen wie Werbeplakaten, Informationsständen bei den Stadtfesten, der Prämierung "Sauberhaft-Aktion des Monats" und ähnlichem.
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