Dormagen (NGZ). Dormagen Gut für die Finanzen, schlecht für einen Teil der Bürger. Der Start der neuen Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen SVGD ist geglückt. In der vergangenen Woche konstituierte sich der 18-köpfige Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft, deren Gründung eine der Voraussetzungen für einen ausgeglichenen Haushalt war.
Erste Amtshandlung der SVGD war der Erwerb einer Reihe städtischer Grundstücke mit dem Erlös von 5,5 Millionen Euro für die Stadt wurde der Grundstein für den Etatausgleich gelegt. Eine ihrer weiteren ersten Beschlüsse: Das Parken am und im Tannenbusch wird ab Karfreitag, 14. April,, kostenpflichtig.
„Wir nehmen dann zwei Euro pro Tag auf den rund 300 Stellplätzen“, sagen SVGD-Geschäftsführer Ulrich Pfister und der für das Stadtmarketing und die Parkraum-Bewirtschaftung zuständige Guido Schenk. Andere Zufahrten als die von der L 280 werden abgepollert, die Entgelt-Regelung gilt auch für Freizeitsportler und die Tannenbusch-Gastronomie.
Als nächsten will die SVGD die Parkflächen in Zons am Rheintor und am Verbindungsdeich nahe der Fähre kaufen und bewirtschaften. Zum Bestand gehören bereits das Parkhaus Nettergasse, das demnächst bis 23 Uhr geöffnet hat und die Plätze im Bürgerhaus Zons, die ausschließlich Dauerparkern zur Verfügung stehen.
Dennoch geht der Wirtschaftsplan in diesem Bereich laut Aufsichtsratsvorsitzendem Wiljo Wimmer (CDU) von einem Minus von 300.000 Euro im ersten Jahr aus. Im Stadtmarketing-Bereich selbst rechnen Wimmer und Pfister mit 450 000 Euro im Minus. „Darin finden sich die Zinsen und Abschreibungen für einen Teil der gekauften Grundstücke“, so Pfister.
Der Bereich „Öffentlicher Personennahverkehr“, vor allem die Stadtbusse, schließt nach den heutigen Prognosen mit einem Defizit von 1,9 Millionen Euro - „und zeigt damit einen Trend zur Besserung“, wie SVGD-Prokurist Klaus Schmitz verkündet.
Doch unter dem Strich der SVGD steht ein Plus von 650 000 Euro. Das Geheimnis des Erfolges: Die SVGD-Tochter evd, Energieversorgung Dormagen, wird laut Wirtschaftsplan 3,2 Millionen Euro Gewinn erwirtschaften. Nach Angaben von Kämmerer und zweitem Geschäftsführer Ulrich Cyprian ist das trotz immens gestiegener Gaspreise weniger als im Vorjahr.
Diese evd-Gewinne werden mit den Verlusten aus den anderen Bereichen verrechnet. Der Gewinn des SVGD-Konzerns, bei der die Stadt alle Anteile hält, fließt in das Stadtsäckel. „Dennoch“, so betont Wiljo Wimmer, „sind wir nicht am Gängelband der Stadt, sondern bewegen uns am Markt wie eine ganz normale GmbH.“ Das gilt auch für die steuerliche und sonstige wirtschaftliche Behandlung.
Damit alle sieben Fraktionen und Einzelkämpfer des Stadtrates Einblick in die Vorgänge der SVGD haben, sind alle Gruppierungen im Aufsichtsrat vertreten. Das Gremium ist daher aufgebläht, hat mit 18 Mitgliedern mehr Kontrolleure als die 16 Beschäftigten, darunter fünf in im Stadtmarketing, sechs im ÖPNV und zwei bei der Parkraumbewirtschaftung und Märkten.
Doch wirkliche Pfründe sind diesen Posten nicht: Für die vier Sitzungen im Jahr erhalten die Räte jeweils 85 Euro pro Sitzung sowie eine jährliche Aufwandsentschädigung von 190 Euro. Mit dem Aufsichtsrat erfolgt auch die politische Kontrolle der Gesellschaft. Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist Bernhard Schmitt (SPD).
Die SVGD startet mit einem neuen Logo: Unter dem Schriftzug ist in blau unterlegt der Verlauf des Rhein skizzierts mag aus eiein roter Punkt weist auf die Lage der Stadt Dormagen hin.
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