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Dormagen: Partys bei CDU und SPD

VON MARGARETHE PLUTA, CHRIS STOFFELS UND MARCUS HAMMES - zuletzt aktualisiert: 09.05.2010 - 23:48

Dormagen (NGZ). Nach der Wahl hatten sowohl die Dormagener Christdemokraten wie auch die Sozialdemokraten Grund zum Feiern – wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen. Und bei beiden Parteien wurde auch schon heftig über die Koalitionsmöglichkeiten im Landtag spekuliert.

Wahlabend in Dormagen. Es gibt lachende Gesichter bei der CDU, deren Kandidat Wiljo Wimmer den Einzug in den Landtag geschafft hat. Es gibt aber auch lachende Gesichter bei der SPD, deren Kandidat Edmund Feuster mit acht Prozentpunkten in Dormagen hinter seinem Konkurrenten blieb, aber – so sagt es der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Nils Szuka – „wir haben gegenüber der Bundestagswahl deutlich dazugewonnen. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Welcher Weg jedoch in der Landespolitik eingeschlagen werden kann, stimmte sowohl die Dormagener Christdemokraten wie auch die Sozialdemokraten nachdenklich. Reicht es für eine Rot-Grüne-Koalition? Eine Frage, die von Bernhard Schmitt (SPD-Fraktionsvorsitzender), Regina Nawrot (SPD-Stadtverbandsvorsitzende), Nils Szuka und gegen 21 Uhr nur noch von wenigen Genossen im Restaurant „Zum Stern“ in Zons diskutiert wurde.

In einem Punkt waren sich die Sozialdemokraten am Sonntag jedoch einig: „Eine Rot-Rot-Grüne-Koalition würde einen großen Diskussionsbedarf auslösen. Man müsste genau festlegen, welche Standpunkte die Linke in den Koalitionsgesprächen vertreten würde“, sagte er. Und weil scheinbar niemand in der Runde das Thema weiter vertiefen wollte, fügte er direkt hinzu: „Wir gehen davon aus, dass es für Rot-Grün reicht.“ Bei dem unterlegenen Kandidaten Edmund Feuster hält sich die Enttäuschung in Grenzen: „Ich habe in Dormagen mit einer Niederlage gerechnet.“

„Ich freue mich natürlich erst einmal über das Ergebnis“, sagte Wiljo Wimmer bei der Wahlparty der CDU im Restaurant „Höttche“. Mit ihm freuten sich gegen 21.30 Uhr 70 (Partei-)freunde aus Dormagen, Grevenbroich (CDU-Stadtverbandsvorsitzender Benedikt Jerusalem) und Rommerskirchen (CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Wolfgang Könen). Doch trotz aller Freude blickt auch Wiljo Wimmer gespannt nach Düsseldorf. „Das Ergebnis für die CDU ist insgesamt natürlich enttäuschend – da hilft keine Schönrederei“, sagte er. Wie es jetzt für die Christdemokraten weitergehen wird, würden seiner Meinung nach die kommenden Tage entscheiden. Eines steht aber für Wimmer fest: „Rot-Rot-Grün wäre für das Land eine Katastrophe“, so der Zonser.

„Wir sind mit unserem Ergebnis in Dormagen mehr als zufrieden“, erläuterte Grünen-Fraktionsvorsitzender Ingo Kolmorgen. Das Wahlergebnis zeige, dass seine Partei den Landtagswahlkampf mit den richtigen Themen wie zum Beispiel dem Atomausstieg angegangen sei. „Die Bürger haben eindeutig den Wechsel gewählt. Was nun machbar ist, werden die nächsten Tage zeigen“, so Kolmorgen im Hinblick auf die Koalitionsverhandlungen, die ab Montag in Düsseldorf beginnen werden.

In Dormagen zeigen sich die etablierten Parteien zufrieden über das relativ schlechte Abschneiden des rechten und linken Spektrums. Tanja Engwicht, Ratsfrau der CDU: „Die scheinen in Dormagen keinen Fuß zu fassen.“

Mit der politischen Welt haderte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Norbert Dahmen: „Diesen Einbruch hatte ich nicht erwartet.“ Bei der ersten Hochrechnung im Fernsehen sackte er geradezu zusammen und fing sich erst nach einigen Minuten wieder. Kreidebleich auch der bisherige Landtagsabgeordnete Karl Kress (CDU): „Das Ergebnis ist eine Katastrophe.“ Aber die Dormagener schauten auch schon auf die nächsten Tage voraus: „Wir haben hier mit einer großen Koalition gute Erfahrungen gemacht“, so Wiljo Wimmer und Bernhard Schmitt, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat in alter Einmütigkeit. Wobei allerdings Wimmer anfügte: „Wir machen aber gerade gute Erfahrungen mit Jamaika.“ Vielleicht sollte NRW nach Dormagen schauen.

Quelle: NGZ


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