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Dormagen: Politik(er) im Internet

VON HEIKO SCHMITZ UND MARCUS HAMMES - zuletzt aktualisiert: 21.07.2010 - 13:38

Dormagen (NGZ). Für junge Wähler und Politikinteressierte gehören Online-Portale, Blogs und Soziale Netzwerke wie Twitter, YouTube oder Facebook zum Alltag. Die Dormagener Parteien und ihre Akteure nutzen das Internet unterschiedlich.

Gleich zwei Abgeordnete hatten im Frühling 2009 aus dem Deutschen Bundestag getwittert und damit eine muntere Diskussion entfacht. Ihre Online-Kurznachrichten an die Welt waren brisant, enthielten sie doch das Ergebnis der damaligen Bundespräsidentenwahl. Dass Horst Köhler von der Bundesversammlung wiedergewählt war, twitterte eine CDU-Abgeordnete bereits 15 Minuten vor der offiziellen Verkündung. Professionelle Medien hatten zu diesem Zeitpunkt noch keine Information zum Ausgang der Wahl. Spätestens seitdem ist das so genannte Web 2.0 in aller Munde. Was für junge Wähler und Politikinteressierte mittlerweile zum Alltag gehört, ist für die Parteien und ihre Akteure in Dormagen aber teilweise noch fremd. Die Parteien sind zwar vom Nutzen überzeugt, haben sich den Netzwerken bisher aber kaum angeschlossen. Nach und nach springen jedoch die Jungpolitiker auf den Social-Media-Zug auf.

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Web 2.0

Zum "Mitmach-Web" gehören Webseiten und Internetportale, auf denen Nutzer miteinander Kontakt aufnehmen, Nachrichten verbreiten oder anderweitig interagieren können. Bekannt ist vor allem der Microblogging-Dienst "Twitter", wichtige Soziale Netzwerke sind Facebook, MySpace, "wer-kennt-wen" oder Xing.

"Wenn man Soziale Netzwerke oder Blogs wie Twitter ernst nimmt, muss man auch täglich über sie kommunizieren – aber wer von uns hat schon jeden Tag etwas Interessantes mitzuteilen?" Wiljo Wimmer (CDU), Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Unions-Fraktion im Dormagener Stadtrat, ist skeptisch. Eine persönliche Präsenz im Web 2.0 ist für ihn kein Thema. Insgesamt plant die Union in Dormagen jedoch einen neuen Internet-Auftritt, der mehr Infos zu Stadtverband und Fraktion enthält. "Wir werden diesen dann auch mit Facebook vernetzen", sagt Junge-Union-Chef André Heryschek. Künftig wird das Internet eine noch größere Bedeutung für die Informationsbeschaffung erhalten, meint Heryschek. Er selbst nutze das Soziale Netzwerk Facebook und weitere Angebote für seine politische Arbeit. Auch Ingo Kolmorgen twittert und informiert per Facebook über seine politische Aktivität. "Im Wahlkampf kam das Web 2.0 immer mehr auf. Auch danach haben uns Bürger über die Netzwerke kontaktiert und zu politischen Inhalten befragt", erklärt der Dormagener Grünen-Fraktionsvorsitzende.

In der SPD wird dem Internet ebenfalls eine hohe Bedeutung zugestanden. "Social Media-Plattformen sind ein Stück Zukunft. Ich nutze sie zum persönlichen Austausch, finde im Internet aber auch interessante Diskussionen", meint der stellvertretende Bürgermeister Erik Lierenfeld. Die Vorsitzende der Jung-Sozialen, Jenny Schumacher, hält die neuen Plattformen "für unwahrscheinlich gut, um schnell und kurz agieren zu können. Kurze Sätze statt langer Briefe sind ein großer Vorteil", ergänzt sie.

Die FDP ist auch vom Nutzen des Internets für ihre Arbeit überzeugt. "Wir werden bald besprechen, wie wir die Angebote nutzen", erklärt der Chef der Jungen Liberalen, Dirk Rosellen. Die JuLis im Rhein-Kreis Neuss wären da ein Stück weiter.

Quelle: NGZ


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