Dormagen (NGZ). Heute Abend wird Bernhard Schieren (65), seit 1991 Schulleiter des städtischen Bettina-von-Arnim-Gymnasiums an der Haberlandstraße in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Er hat die Schule aus der Krise geführt.
"Prinz Eisenherz" – dieser Spitzname hat ihn in fast 40 Jahren Schuldienst stets begleitet. Seit 1971 trägt er diese markante Frisur – ein untrügliches Wiederkennungsmerkmal für Bernhard Schieren. "Leider heute friedhofsblond und nicht mehr dunkel", sagt er lächelnd. Er hat die Altergsgrenze erreicht. Heute Abend wird der beliebte Schulleiter in der Aula an der Haberlandstraße verabschiedet. Seit Februar 1991 hatte er das Bettina-von-Arnim-Gymnasium geleitet – mit ruhiger und besonnener Hand, aber auch mit der nötigen Durchsetzungskraft. Der direkte Kontakt zu den Schülern war ihm wichtiger als öffentliche Auftritte. Bereits am ersten Tag in Dormagen hatte er das Versprechen abgegeben, dass die Schüler ihn jederzeit sprechen können. Er hat diese Devise eingehalten.
Von-Arnim-Gymnasium
Das Bettina-von-Arnim-Gymnasium wurde 1966 als erstes städtisches Gymnasium in Dormagen gegründet.
Maßgebliche Motoren der Schule waren Dr. Gustav Geldmacher, Dr. Werner Kuhfus und Paul Wierich.
Erster Schulleiter war bis 1991 Robert G. Thiele, ihm folgte 1991 Bernhard Schieren.
Bernhard Schieren wurde vor 65 Jahren in Eschweiler bei Aachen geboren, machte dort sein Abitur. Zum Stdium zog er nach Köln, und blieb dort "hängen". Schieren wurde Latein- und Geschichtslehrer, trat nach dem Referendariat seine erste Stelle im Februar 1975 am städtischen Gymnasium in Köln-Höhenberg an.
Es folgten 1978 das Gymnasium Pulheim-Brauweiler, 1982 das Gymnasium in Volkhoven und schließlich Dormagen, wo der frisch ernannte Oberstudiendirektor den Gründungsleiter der Schule, Robert G. Thiele, ablöste. "Eine lange und schöne Zeit."
Privat ist Bernhard Schieren mit Ehefrau Rita, einer ehemaligen Kindergärtnerin, verheiratet. Das Paar hat zwei erwachsene Söhne: Milan arbeitet als Unternehmensberater, Tobias ist Chirurg am Kreiskrankenhaus in Gummersbach. Drei Enkel sind der Sonnenschein der Familie.
Bernhard und Rita Schieren sind seit fast 40 Jahren SPD-Mitglied, leiteten lange den Ortsverein Esch/Pesch, wo die Familie wohnt, ein angestammter CDU-Wahlkreis mit 25 000 Einwohnern. Schieren wurde dort von 1984 bis 1989 in die Bezirksvertretung Chorweiler gewählt, für die Wahlperiode 1991 bis 1994 in den Kölner Stadtrat. "Ich stand vor der Frage, mich voll für die Politik oder die Schule zu engagieren. Ich entschied mich für die Schule." Was er anpackt, macht er 100-prozentig, so sein Motto. Doch die Schule geriet in die Krise, rutschte auf 870 Schüler ab. "Wir konnten nicht genügend Leistungskurse anbieten", blickt Schieren auf die schwierige Zeit zurück. Doch dank einer Kooperation mit dem Leibmniz-Gymnasium und der Gesamtschule in Nievenheim, fing sich das "BvA", wie es in Dormagen nur heißt, wieder: Heute zählt es wieder mehr als 1000 Schüler.
Ein vitaler Mann wie Bernhard Schieren im Ruhestand? Er hat kein Problem damit. Ihn wird man künftig häufiger als bisher mit der Kamera und "mittlerem Teleobjektiv" beim Fotografieren von Menschen und Monumenten treffen. Für sein großes Hobby, das er meisterhaft beherrscht, wird er dann deutlich mehr Zeit haben.
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