Dormagen (NGZ). Dormagen (PeS) Gegen die Pläne von Bayer Industry Services (BIS), ab Mitte des Jahres rund 4500 Tonnen der giftigen Chemikalie Hexachlorbenzol (HCB) aus Australien ins Rheinland zu importieren und in den Verbrennungsanlagen der Chemieparks in Dormagen und Leverskusen zu entsorgen, regt sich jetzt auch heftiger Widerstand der Umweltverbände.
Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat sich mit dem Verein „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ in Verbindung gesetzt und eine gemeinsame Stellungnahme erarbeitet.
Das Ergebnis: Beide fordern, dass die Vereinbarung mit dem australischen Unternehmen Orica südlich von Sydney rückgängig gemacht wird und haben einen Brief an NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg verfasst. Gleichzeitig haben sie Kontakt zu den australischen Behörden aufgenommen
Es sei nicht hinnehmbar, dass eine dicht besiedelte Region wie NRW zum Ziel internationaler Giftmülltransporte werde, so der BUND. Die wirtschaftlichen Interessen der beteiligten Unternehmen müssten hinter dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung zurücktreten.
Insgesamt sollen rund 11 000 Tonnen HCB in Herten, Leverkusen und Dormagen verbrannt werden. Mit dem Transport nach Herten beschäftigt sich inzwischen sogar das NRW-Innenministerium.
„Im Falle eines Störfalls in den betroffenen Anlage drohen den Anwohnern unkalkulierbare gesundheitliche Risiken“, warnt Claudia Baitinger, die beim BUND für das Thema Abfall zuständig ist.
„Wir bezweifeln, dass die drei Sondermüllverbrennungsanlagen der aktuellen EG-Verbrennungsrichtlinie unterworfen sind und sich für die Verbrennung großer Mengen hoch chlorhaltiger Abfälle eignen.“ Erforderlich sei eine Temperatur von 1200 Grad.
Werde diese nicht erreicht, befürchten die Umweltschützen den Ausstoß Krebs erregender Stoffe. Von Uhlenberg erwarten BUND und CBG, dass er die beiden zuständigen Bezirksregierungen anweist, die Verbrennung zu verbieten. NRW dürfe nicht zum „Müllklo“ der Nation und des gesamten Globus werden.
Als Vertreter der Dormagener Ortsgruppe des NABU ist auch Wilfried Nöller gegen die Verbrennung von HCB im Chemiepark - auch aus einem weiteren Grund. „Die Schlacke, die bei der Verbrennung entsteht, wird hier endgelagert“, sagt er.
Außerdem sieht er den Transport „einmal um den Globus“ äußerst kritisch. „Dieser Vorgang ist mehr als fragwürdig“, sagt er. Die Dormagener Grünen betonen unterdessen, das National Toxics Network in Australien habe Einspruch gegen die Exportgenehmigung von HCB nach Deutschland eingelegt. Der Protest von Umweltverbänden aus Australien sei massiv.
Christian Zöller, Sprecher von Bayer Industry Services, betont erneut, es gebe keine Gefahren für die Bevölkerung. „Wir verbrennen HCB bei einer Temperatur von bis zu 1150 Grad - da bleiben keine Rückstände“, sagt er. Auch im Falle eine Störung seien die Dormagener nicht gefährdet. „Die Anlage schaltet sich dann einfach ab, ohne das Stoffe austreten“, sagt er.
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