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Dormagen: Räuber kommen nicht weit

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 18.03.2007 - 21:30

Dormagen (NGZ). Dormagen Die Kriminalität in Dormagen ist deutlich zurückgegangen. Das ist die erfreuliche Nachricht. „Wir liegen wieder unter der für uns magischen Marke von 4000 Delikten“, sagt Dietmar Meisen, Leiter des Kriminalkommissariats Dormagen. Jedoch nur knapp: Angezeigt wurden genau 3949 Delikte.

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Tatorte in Dormagen

Als räumliche Schwerpunkte der Kriminalität nennt Dietmar Meisen vor allem Hackenbroich, die beiden Bahnhöfe in Dormagen und Nievenheim sowie das Umfeld der Gesamtschule in Nievenheim. In allen Bereichen geht die Polizei verstärkt und und vorbeugend gegen einschlägig bekannte „Kunden“ vor.

Allerdings haben sich die einzelnen Deliktarten höchst unterschiedlich entwickelt. In einigen Bereichen wie den Sachbeschädigungen oder den Raubdelikten unter Jugendlichen - die so genannte Abzocke - ist vielfach ausschlaggebend, ob gerade eine Bande aktiv ist, die eine Vielzahl von Straftaten begeht. Jedes Delikt,fließt in diesem Fall einzeln in die Statistik ein.

Deutlich zugenommen um 115 Delikte hat laut Meisen die Straßenkriminalität. Dazu zählen alle Straftaten, die auf den öffentlichen Straßen begangen werden - von der Körperverletzung bis zum klassischen Raub, von der Sachbeschädigung an Autos bis zum Taschendiebstahl. Und gerade bei den Auto-Sachbeschädigungen hatte es im vergangenen Jahr eine Häufung von einschlägigen Delikten in Rheinfeld und Zons gegeben. Der Täter ist gefasst und zwangsweise zur Untätigkeit verurteilt. „Wir gehen davon aus, dass diese Zahlen wieder zurückgehen werden.“

Deutlich abgenommen hat auf der anderen Seite die Anzahl der Diebstähle. Immerhin 90 Einzelfälle weniger wurden der Polizei gemeldet - bei einer Gesamtzahl von 184 Fällen ein hoher Prozentsatz. Bei den insgesamt 109 Wohnungseinbrüchen registrierten die Beamten einen Rückgang von 20 Fällen. Auch bei diesen Delikten konnte ein Serientäter dingfest gemacht werden.

Ein Problembereich, der Meisen und seinen Kollegen große Sorgen bereitet, sind vor allem die Jugendlichen - hier vor allem die Jugendlichen, die Handys anderer Jugendlicher rauben. Ein örtlicher Schwerpunkt sind die S-Bahnen und das Gebiet um die Bahnhöfe in Dormagen und in Nievenheim. Diese Räuberischen Erpressungen haben deutlich um 21 Fälle auf 69 zugenommen.

Allerdings weisen Dietmar Meisen und seine Kollegen auf eine exzellente Aufklärungsquote in diesem Bereich von 85 Prozent hin - und die sollte sich bei den vorwiegend jugendlichen Straftätern möglichst schnell herumsprechen. Die Polizei will verstärkt gegen diese Delikte vorgehen.

Zusammen mit dem Ordnungsamt bestreift die Polizei die Bahnhöfe, und Beamte fahren inzwischen auch verstärkt S-Bahn zwischen Neuss und Köln und der neuralgischen Strecke zwischen Köln-Chorweiler und Dormagen, respektive Hackenbroich. Was verniedlichend mit „Abzocke“ bezeichnet wird, so Meisen, ist knallharter Raub oder räuberische Erpressung. Und so sehen es auch die (Jugend-) Strafrichter.

Insgesamt 34 Sexualdelikte schlagen für Dormagen in der Kriminalitätsstatistik zu Buche. „Der größte Teil sind Exhibitionisten“, so Meisen. Und auch auf diesem Sektor kann die Polizei die meisten Taten aufklären: immerhin 28.

Einen deutlichen Rückgang verzeichnete die Polizei bei den Diebstahlsdelikten vor allem aus Kraftfahrzeugen. Im Vorjahr wurden noch 507 Delikte angezeigt, 2006 waren es lediglich 394. Die Hauptursache für diese Entwicklung: Ein Vielfach-Täter wurde festgenommen, der sein Unwesen in Zons getrieben hatte. Besorgnis erregend in diesem Bereich ist die minimale Aufklärungsquote. Meisen: „Damit werden wir uns nicht abfinden.“ Allerdings seien gerade auf diesem Sektor auch professionelle Banden tätig, die schwer zu fassen sind.

Ähnliches gilt mit einer Quote von acht Prozent für die Delikte rund um das Fahrrad. Die Anzahl dieser Straftaten ist mit 427 Einzeldelikten weitgehend gleich geblieben. Ein Schwerpunkt der Fahrraddiebstähle sind die Bahnhöfe. Auch mit der entwicklung in diesem Bereich ist Meisen unzufrieden: „Hier müssen wir unbedingt etwas tun.“ Wünschenswert bei den Fahrraddiebstählen, aber auch bei allen anderen Straftaten ist für Meisen vor allen Dingen, „dass uns auffällige Beobachtungen mitgeteilt werden.

Die Bürger müssen sich einfach mehr bei uns melden und Verdächtiges weitergeben.“ Meisen weiter: „Der Bürger sollte seine Scheu vor der Polizei ablegen.“ Rückläufig ist die Drogenkriminalität mit 156 Fällen. Meisen: „Überwiegend handelt es sich um geringe Mengen Haschisch.“ Das gefährliche Heroin spielte nur in zwei Fällen eine Rolle.

Quelle: NGZ

 
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