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Dormagen: Rheinwasser für den Tagebau

VON MARCUS HAMMES - zuletzt aktualisiert: 29.07.2011

Dormagen (NGZ). Eine neue Transportleitung soll ab 2035 Rheinwasser von Zons bis zum Tagebau nach Frimmersdorf führen. Mit den Vorarbeiten könnte bereits 2012 begonnen werden. Die Leitung verläuft durch große Teile des Stadtgebiets.

Der mögliche Verlauf der Rheinwasserleitung von Zons bis Frimmersdorf. Dort wird das Wasser büer RWE-Gelände zum Tagebau Garzweiler geleitet. Foto: KLXM (Grafik)
Der mögliche Verlauf der Rheinwasserleitung von Zons bis Frimmersdorf. Dort wird das Wasser büer RWE-Gelände zum Tagebau Garzweiler geleitet. Foto: KLXM (Grafik)

Auf einer Strecke von 24 Kilometern soll ab dem Jahre 2035 Rheinwasser von Zons nach Frimmersdorf transportiert werden. Dort werden große Mengen Wasser benötigt, um die Versickerungsanlagen des RWE-Braunkohletagebaus Garzweiler zu versorgen.

Diese Anlagen stellen während des Abbaus sicher, dass die schützenswerten, feuchten Naturräume im Schwalm-Nette-Gebiet erhalten bleiben. Ab Mitte des Jahrhunderts soll das Rheinwasser zudem die Tagebaugrube zum See auffüllen.

"Das Vorhaben ist noch relativ weit weg", sagt RWE-Sprecher Lothar Lambertz. Mit den Vorarbeiten für die Leitung, die von Zons unterirdisch in Richtung Nievenheim, Ückerath, Straberg und dann zwischen Gohr und Broich über Rommerskirchener und Grevenbroicher Gebiet nach Frimmersdorf verläuft, soll aber bereits 2012 begonnen werden. Das geht aus einer Vorlage der Bezirksregierung Köln für den Braunkohleausschuss hervor.

Info

Die neue Leitung

Bauherr Gebaut würde die Leitung von der RWE Power AG, die im Tagebau Garzweiler noch bis etwa 2045 Braunkohle abbaut.

Kosten noch offen

Länge 24 Kilometer

Zeitplan 2012 Vorarbeiten, 2015 Braunkohleplanverfahren, 2025 Betriebsplan für den Bau liegt vor, bis 2035 Inbetriebnahme

Die Trasse, die nach zahlreichen Planungs- und Genehmigungsschritten ab 2025 gebaut werden könnte, verläuft überwiegend entlang von Hochspannungsleitungen. Unter anderem im Bereich des Knechtstedener Waldes und des Wahler Bergs quert sie mehrere FFH-Gebiete, europäische Schutzgebiete für Pflanzen (Flora), Tiere (Fauna) und Habitaten (Lebensraumtypen).

Auch archäologisch sensibles Gebiet wird tangiert. "Eine unüberwindbare Hürde für das Vorhaben ergibt sich nicht", heißt es dennoch in einer Studie des Düsseldorfer Ingenieurbüros Spiekermann. Ein Braunkohleplanverfahren soll nun die Trasse sichern und die Umweltverträglichkeit auf der Gesamtstrecke prüfen.

Unklar ist, wo in Zons die Wasserentnahme erfolgt. Geprüft werden drei Stellen: an der Deichstraße hinter dem Ortsausgang in Richtung Stürzelberg und zwei östlich der Altstadt. Die Dormagener SPD-Ratsfraktion wertet die Leitung bereits als "erheblichen Eingriff in die Natur", ohne sie jedoch pauschal ablehen zu wollen. "Wir werden die Planungen besonders im Hinblick auf die Umweltverträglichkeit im Auge behalten", kündigt Fraktions-Vize Nils Szuka an.

Die kommunale Politik wird sich noch mit dem Thema beschäftigen müssen, jedoch wohl keine Entscheidungsgewalt haben. "Das Verfahren läuft über die Bezirksregierung Köln", sagt Szuka. Anliegen der SPD ist es, die Information der Bürger zu beobachten. "Keiner soll von Entwicklungen überrascht werden", ergänzt Fraktions-Chef Bernhard Schmitt. 2015, wenn die Planungen konkreter werden, will RWE Power die Stadt und die Bürger informieren, stellte RWE-Sprecher Lambertz gestern in Aussicht.

Quelle: NGZ


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