Dormagen (NGZ). Von Zons aus setzten die 150 Teilnehmer der erstmals durch den Rhein- Kreis führenden "Tour de Düsseldorf" über den Rhein. Unter den ausschließlich französischen Oldtimern war manches Juwel.
Wo es ihnen am besten gefallen habe, dürften viele Teilnehmer der erstmals durch den Rhein-Kreis Neuss führenden "Tour de Düsseldorf", so beantwortet haben wie Stefan und Stefanie Rehms aus Bocholt: "Dort, wo Schatten war." Mit ihrem Matra 530 aus dem Jahr 1972 gehörten die beiden zu dem 150-köpfigen Starterfeld, das sich in Düsseldorf aufgemacht hatte und über Liedberg, Hülchrath und das Landwirtschaftsmuseum in Sinsteden dann den NGZ-Stand auf dem Rheintorparkplatz gleich am Deich als letztes Etappenziel im Kreisgebiet ansteuerte.
Zeitgleich dort eingetroffen sind sie mit Klaus und Eva Harthof aus, die dasselbe Fabrikat fahren: "Fast Schrott" sei der Wagen gewesen, als er ihn 1977 gekauft habe, berichtet Klaus Harthof. Nur 9600 Exemplare wurden davon gebaut, in Deutschland gibt es den Matra 530 noch 25 Mal und in Frankreich fahren lediglich noch 300 bis 400 dieser Autos. Da sie "nicht rostgeschützt" sind, ist intensive Pflege nötig: Zwischen 1998 und 2001 hat Klaus Harthof das Schmuckstück in gut 5000 Arbeitsstunden restauriert, so dass der orangefarbige Flitzer auch für den Urlaub in Südfrankreich wieder taugte.
Tour de Düsseldorf
Die bei ihrer neunten Auflage erstmals durch den Kreis führende "Tour de Düsseldorf" wird parallel zum Frankreichfest der Landeshauptstadt abgehalten. Veranstalter ist die Destination Düsseldorf mit 150 Unternehmen. Dabei waren Fahrer aus Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden und natürlich Frankreich.
Oliver vom Berg und Britta Becker aus Niederkrüchten waren die ersten Fahrer, die mit ihrem Citroen FCV von 1953 in Zons eintrafen. "Wir nutzen ihn täglich", sagt Britta Becker, "denn wenn man ihn einfach abstellt, bekommt ihm das nicht. Auch für größere Einkaufsfahrten, etwa zum Baumarkt, ist das geräumige Gefährt mit seinen 58 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 110 Kilometern bestens geeignet. Der Stadtverkehr gleich nach dem Start hat Britta Becker weniger gefallen, "aber die Tour über Land war sehr gut." Eine Premiere feierten Heinz Terhuven und Georg Uhlig aus Krefeld mit dem 1914 gebauten De Dion Bouton, einem Blickfang der Rallye schlechthin.
Erstmals steuerte Terhuven ihn angesichts der Hitze mit offener Haube: "Es ist schon ein Abenteuer, damit zu fahren – man braucht dafür dicke Arme", sagt der Krefelder, der mit dem sonst nur noch in Museen zu findenden Oldtimer schon an so manchem Schönheitswettbewerb teilnahm. 58 Kilometer schnell ist der 16 PS starke Wagen – das Lenkrad ist rechts – mit seinem stattlichen Wendekreis von 14 Metern, mit dem Terhuven bereits "zum sechsten oder siebten Mal" bei der Tour dabei war. Auch wenn das sportliche Element natürlich nicht fehlt, bierernst geht es bei der "Tour de Düsseldorf" nicht zu, wie Boris Neisser, General Manager der Destination Düsseldorf, deutlich macht: Eine der zu lösenden Aufgaben bestand etwa darin, verschiedene Käsesorten zu probieren und sie dann – quasi "landsmannschaftlich" – drei abgedeckten Oldtimern zuzuordnen. Der Gewinner des Preises für die längste Anreise stand naturgemäß schon von Beginn an fest: Er ging an den aus dem südfranzösischen Fréjus angereisten Besitzer eines Citroen DS Pallas.
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