Dormagen (NGZ). Dormagen Die Planungen für den Bau eines Seniorenzentrums neben dem Kreiskrankenhaus in Hackenbroich nehmen konkrete Formen an. „Die Grundstücksvoraussetzungen sind geklärt“, sagt Liegenschaftsdezernent Achim Still. Es gebe eine Einigung mit den betroffenen Grundstückseigentümern, die Fläche im Erbbaurecht für die neue Einrichtung zu nutzen.
Malteser St. Anna
Die Malteser St. Anna gemeinnützige GmbH ist eine regionale Betriebsgesellschaft der MTG Malteser Trägergesellschaft GmbH in Köln. Sie trägt die unternehmerische Verantwortung für die stationären Einrichtungen des Malteserordens im westlichen Ruhrgebiet.
An den Standorten Duisburg-Huckingen, Duisburg-Homberg und in Meerbusch-Lank betreibt die Malteser St. Anna gGmbH derzeit zwei Krankenhäuser, drei Altenhilfeeinrichtungen und ein Hospiz.
Die Malteser St. Anna GmbH aus Duisburg, die das Seniorenzentrum bauen will, ist noch wesentlich zurückhaltender. „Die Verhandlungsgespräche sind auf einem guten Weg, aber bevor nichts unterschrieben ist, sind wir in diesem Punkt sehr vorsichtig, um das Projekt nicht zu gefährden“, sagt Udo Lavendel, Geschäftsführer der Malteser St. Anna.
Parallel wird bereits an einem inhaltlichen Konzept für das Seniorenzentrum in Hackenbroich gearbeitet. Denn der Bedarf für Dormagen und die Umgebung ist nachgewiesen. „Fest steht, dass wir keine Senioreneinrichtung im klassischen Sinn errichten werden“, so Lavendel. „Nur vollstationäre Pflegeplätze anzubieten, ist uns zu wenig.“ In allen Einrichtungen, die die gemeinnützige GmbH betreibe, gebe es Spezial-Pflegebereiche - und das solle in Hackenbroich nicht anders werden.
Bis ins letzte Detail ist das Konzept noch nicht entwickelt. Offenbar denken die St.Anna-Malteser jedoch über ein Vier-Säulen-Modell nach. Dieses sieht neben stationären Pflegeplätzen auch Kurzzeitpflegeplätze für Senioren vor, die nach einer Krankheit lediglich einige Wochen betreut werden müssen oder normalerweise von Angehörigen versorgt werden, die für eine überschaubare Zeitspanne ausfallen.
Darüber hinaus sind eine bestimmte Anzahl Plätze für jüngere Pflegebedürftige als fester Bestandteil der neuen Einrichtung im Gespräch. Außerdem wird über betreutes Wohnen als viertes Element in dem Haus nachgedacht.
Auch für die Malteser spiele die Idee des umfassenden Gesundheitszentrums eine wichtige Rolle, betont Lavendel. Deshalb suche die Gesellschaft bewusst die Nähe zum Krankenhaus und sei an einer engen Kooperation interessiert, von der beide Seiten, aber auch die betroffenen Patienten und Pflegebedürftigen profitieren.
Ein Beispiel: Durch die Kurzzeitpflegeplätze sei es für das Krankenhaus möglich, die Liegezeiten bei älteren Menschen zu verkürzen. Mit Interesse verfolgten die Malteser außerdem die Bemühungen des Krankenhauses um eine Palliativ-Abteilung. „Das wäre sicherlich für beide Bereiche eine weitere sehr sinnvolle Ergänzung“, sagt Lavendel.
An einer Zusammenarbeit mit dem geplanten Seniorenzentrum ist auch Hubert Retzsch, Verwaltungsdirektor des Kreiskrankenhauses in Dormagen, interessiert. „Das ist ein Projekt, dem wir sehr positiv entgegen sehen, denn es wird unser Krankenhaus und diesen Standort stärken“, sagt er. Um möglichst viele Synergie-Effekte nutzen zu können, sei es wichtig, bereits früh auch Details der Planung beim Bau des Gebäudes abzustimmen.
Ein Beispiel: Die gleiche Technik in beiden Häusern - etwa bei den Aufzügen - erleichtere die Wartung. Die neue Pflegeeinrichtung könne außerdem zahlreiche Dienstleistungen des Krankenhauses mitnutzen - von der Küche über den Waschservice und die Logistik bis zu medizinischen Geräten für physikalische Therapie oder Krankengymnastik.
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