Dormagen (NGZ). Der Lastwagen-Verkehr in Straberg hat nach Beobachtungen der Bürger wieder massiv zugenommen. Die Rheinischen Baustoffwerke machen ein sehr weitgehendes Angebot. Stadt bleibt bei der Ablehnung.
Straberg Die Ruhe war trügerisch. Die Lastwagen donnern wieder durch Straberg. „Viele Straberger fürchten sich, auf die Straße zu gehen. Es ist so schlimm wie nie zuvor“, berichtet CDU-Ratsfrau Margret Steiner.
Nach der Aufregung im Spätsommer und Frühherbst war zwischenzeitlich offenbar weitgehend Ruhe eingekehrt. In einer Veranstaltung der Straberger CDU war vereinbart worden, dass die Bürger sich im Ordnungsamt melden und Hinweise auf die Lastwagen geben.
Jetzt notieren die Straberger wieder die Kennzeichen, geben sie an das städtische Ordnungsamt weiter. „Wir haben deutlich vermehrt Hinweise auf Lkw in Straberg“, bestätigt Holger Burdag, Leiter des Dormagener Ordnungsamtes. Die Mitarbeiter gehen den Hinweisen nach - ein schwieriges Unterfangen. „Wir wissen nicht , woher die Fahrzeuge kommen und wohin sie fahren“, sagt Burdag. Das Amt steckt noch voll in der Recherche. Soviel steht fest: Die Lastwagen tragen Kennzeichen aus Düren und Euskirchen.
Ausgerechnet in dieser Situation flattert ein neues Angebot der Rheinischen Baustoffwerke GmbH, die das Kieswerk Nievenheim/Straberg betreiben, auf den Tisch von Margret Steiner. CDU-Fraktionsvorsitzender Wiljo Wimmer erhielt ebenfalls Post vom Anwalt der Baustoffwerke.
Anwalt Dieter R. Anders aus Krefeld bittet Wimmer um Vermittlung. In den Schreiben macht der Rechtsanwalt weitgehende Zugeständnisse an die Bürger und die Stadt. So soll an der Einmündung der Straße zum Kieswerk in die K 12 ein Schild aufgestellt werden, das nur das Linksabbiegen erlaubt. Damit können die Lkw nicht mehr in den Ort abbiegen.
Des weiteren wollen die Baustoffwerke „sämtliche Kfz-Kennzeichen der Lkw zur Verfügung stellen, die den Sand- und Kiestransport des U-Bahn-Bau-Materials durchführen“. Bei Verstößen sollen in jedem Einzelfall 10 000 Euro Strafe fällig werden. Darüber hinaus bietet das Unternehmen an, „für die Dauer des Zufahrens der U-Bahn-Bau-Massen auf das Zufahren von Kiesmassen aus dem Braunkohletagebau zu verzichten“.
Das alles soll schließlich ein Vertrag mit der Stadt Dormagen geschlossen werden. Der Anwalt: „Hierdurch kann ein Lkw-Verkehr durch Straberg im Zusammenhang mit dem Kieswerk Nievenheim für die Zuführung von Sand- und Kiesmaterial aus dem U-Bahn-Bau Düsseldorf völlig ausgeschlossen werden.“
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