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Dormagen: Sorge um den Chemie-Nachwuchs

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 13.11.2009 - 22:03

Dormagen (NGZO). Der Chempark bemüht sich um Kontakte zu Jugendlichen. Jetzt fördert Bayer ein "Naturwissenschaftliches Schülercenter" in der Stadtbibliothek. Nur im Norbert-Gymnasium gibt es einen Leistungskurs Chemie. Berufsbildungszentrum kooperiert eng mit Currenta.

Der Chempark bemüht sich um Kontakte zu Jugendlichen. Foto: NGZ
Der Chempark bemüht sich um Kontakte zu Jugendlichen. Foto: NGZ

Der Chempark macht sich Sorgen um den Nachwuchs. Im Jahre 2020 wird es 20 Prozent weniger Schüler geben – es droht ein Fachkräftemangel. Chempark-Leiter Dr. Walter Leidinger: "Naturwissenschaften sind für unsere moderne Wissensgesellschaft von großer Bedeutung. Deswegen werden Bildung und Forschung in unserer heutigen Gesellschaft verstärkt gefördert." Und weiter: "Uns ist wichtig, junge Menschen für Naturwissenschaften zu interessieren und zu begeistern. Nur vor diesem Hintergrund werden wir zukünftige Innovationen realisieren können."

Doch die Jugend für die Chemie zu begeistern, ist schwierig. So gibt es an den beiden städtischen Gymnasien und der Gesamtschule trotz einer Kooperation seit acht Jahren keinen Chemie-Leistungskurs. Bernhard Schieren, Leiter des Bettina von Arnim-Gymnasiums: "Chemie ist das am meisten gefürchtete Fach der Oberstufenschüler.

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Nähere Auskünfte zu der Ausbildung bei Currenta gibt es im Internet unter www.currenta.de. Das Berufsbildungszentrum in Dormagen informiert über sein Angebot unter http://www.bbz-dormagen.de . Infos zu der Bayer-Stiftung gibt es unter www.bayer-stiftungen.de

Wer sich für Naturwissenschaften interessiert, wählt Biologie oder Physik." Und das, obwohl in den vergangenen Jahren erheblich in die naturwissenschaftlichen Räume investiert wurde. Einen Chemie-Leistungskurs bietet allerdings jetzt im dritten Jahr das Norbert-Gymnasium Knechtsteden. Hoffnung für den Chempark.

Die chemische Industrie vor Ort bemüht sich, schon Kinder und Jugendliche an das Fach heranzuführen. So übergab jetzt Michael Schade, Leiter der Konzern-Kommunikation und Stiftungsrat der Bayer Science & Education Foundation, an die Stadtbibliothek 5000 Euro für den Aufbau eines "Naturwissenschaftlichen Schülercenters". "Wir wollen Schülerinnen und Schülern ausgewählte und moderne Literatur an die Hand geben, um die schulischen Anforderungen besser meistern zu können", so Schade.

Nachwuchsförderung liege der Stiftung am Herzen. Die Förderung bei Bayer liegt laut Schade auf drei Säulen: Stipendien und Förderprogramme; die "BayLabs", Labore, in denen die Schüler selbständig arbeiten und Wissenschaft hautnah erfahren können; die intensive Beteiligung an der bundesweiten Aktion "Jugend forscht".

Auch Chempark-Betreiber Currenta hat ein weit reichendes Programm für den Chemie-Nachwuchs aufgelegt. Dabei geht es nicht nur um das berufliche Interesse, sondern auch um das Verständnis als Nachbarn der Industrieanlagen. Die Projekte Programm beginnen bereits in den Grundschulen und setzt sich weiter fort in spannenden Vorträgen für Kinder bis hin zu umfassenden Möglichkeiten in der Ausbildung.

Mit etwa 400 Auszubildenden ist der Chempark der größte Ausbilder im Rhein-Kreis Neuss. Dabei kümmert sich Currenta auch um benachteiligte Jugendliche. Zum Beispiel mit dem Werkstattjahr, dem Starthilfe-Programm und der Ausbildungs-Initiative Rheinland. Hinzu kommen etliche Schülerprojekte, zum Beispiel im Umweltschutz wie beim Biotopschutz auf der Abfall-Deponie oder "Schnupper-Praktika" bis hin zur Förderung begabter junger Menschen in

Das starke berufliche Engagement findet seinen Niederschlag auch im Berufsbildungszentrum am Bahnhof. Dort hat sich in den vergangenen Jahren ein Schwerpunkt in den chemischen Berufen herausgebildet. Leiter Jörg Kazmierczak schildert ein umfassendes Programm von der Ausbildung zum Chemikanten und Chemie-Laboranten über die Fachhochschulreife in Labor- und Verfahrenstechnik und der Möglichkeit eines anschließenden Ingenieurstudiums, bis hin zu einer Berufsfachausbildung zum Chemisch-Technischen Assistenten. "Nach einer Flaute vor einigen Jahren ist das Interesse jetzt wieder immens gestiegen. Currenta hat weitere Plätze zur Verfügung gestellt und wir stellen uns der Nachfrage." Und das ist ganz im Sinne der heimischen Industrie.

Quelle: RP

 
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