Dormagen (NGZ). Dormagen Die Schweiz ist bei den europäischen Logistikern nicht sehr beliebt. Dort gibt es noch Grenzen alter Art, strenge Zollabfertigung, noch keine freier Fahrt im geeinten Europa. Was andere ärgert, ist für Thorsten Hauck eine Herausforderung. Hauck ist Niederlassungsleiter des Transport & Logistik-Unternehmens Transco an der Edisonstraße im Gewerbegebiet Delrath.
Transco hat sich unter anderem auf die Schweiz spezialisiert - Zustellung in weiten Teilen der Eidgenossenschaft wird innerhalb von 24 Stunden zugesichert. Zehn schwere Züge verlassen täglich Delrath in Richtung Schweiz. Transco hat eigene Zollabfertigungen an der Grenze, erledigt die Formalitäten.
Die Verbindung zur Schweiz kommt nicht von ungefähr: Die Dormagener Niederlassung mit 22 Mitarbeitern und demnächst auch Auszubildenden, gehört zum Verbund der Transco Süd mit Sitz in Konstanz. Rund 450 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen insgesamt, 240 Lkw sind ständig auf Achse, 520 Transporteinheiten.
Das Unternehmen ist Ende vergangenen Monats an der Edisonstraße umgezogen, hat seine Lagerfläche auf 3 600 Quadratmeter fast verdreifacht, wickelt die Logistik auf 570 Quadratmeter Bürofläche ab. „Wir expandieren am Standort“, sagt Hauck.
Das Lager wird aufgerüstet, zurzeit stapelt sich dort vor allem „weiße Ware“, Geschirrspüler, Waschmaschinen und ähnliches von der Firma Exquisit in Kaarst. „Gelagert wird im Prinzip alles“, sagt Verkaufsleiter Olaf Hansen. Das Spektrum bei Transco reicht von der Chemie bis zu Aluminium, von EDV-Bauteilen bis zu Transporten für die Pharma-Industrie.
Zweite Spezialität in Dormagen sind Transporte nach Großbritannien. Der normale Weg ist, dass die Spedition die Waren bis zum Fähranleger bringt, dort ein Spediteur das Gut übernimmt. und dann weiterleitet.
Nicht so bei Transco: „Wir begleiten die Ware bis zum Bestimmungsort in England“, so Hansen. Verschifft wird der komplette Lkw mit Fahrer. „Das ist zwar teurer, aber um einiges sicherer und vor allem schneller.“ Manche britische Ziele erreicht der Frachtzug aus Delrath binnen 24 Stunden.
Hauck und Hansen wollen dem Kunden vor allem Qualität und Sicherheit bieten: „Wir beschäftigen vorwiegend deutsches Personal“, so Hauck. Das ist nach seiner Erfahrung zwar teurer, aber zuverlässiger.
Der Niederlassungsleiter sieht seine Nische in der Qualität und Flexibilität des Transports, der Lagerung und der Logistik. „Wir sind einfach schneller als andere“, sagt Hansen, „und wir machen Sonderlösungen möglich.“ Wenn es besonders eilig ist, wird auch schon einmal ein halb voller Wagen losgeschickt.
Die Spedition in Dormagen sieht sich massiver holländischer Konkurrenz gegenüber: „Die liefern von den Seehäfen an die Rheinschiene und nehmen dann für die Rückfahrt jeden Auftrag an“, so Hauck.
Transco versucht, mit seinen besonderen Tugenden dagegen zu halten. Hauck: „Aber es wird immer schwieriger.“ In Delrath soll jetzt der Lagerbereich bis hin zur Feinkommissionierung und ähnlichen Dienstleistungen weiter ausgebaut werden.
Unterstützung erhielten Hauck und Hansen bei dem Umzug durch die Dormagener Wirtschaftsförderung, für die sie voll des Lobes sind. Und sie wollen den Kontakt nicht abreissen lassen: „Wir wollen uns in Dormagen einbringen“, so Hansen.
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