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Dormagen: Sport-Ökonomie an der Schule

VON CHRIS STOFFELS - zuletzt aktualisiert: 16.08.2007 - 21:30

Dormagen (NGZ). Ab Samstag können die Jugendlichen der Academy for Junior Managers am Norbert-Gymnasium Knechtsteden das Fach Sportökonomie belegen und damit den Grundstock für eine Karriere nach dem Sport legen.

Leistungssport und ökonomisches Grundwissen bereits in der Oberstufe in der 
Knechtstedener Academy for Junior Managers zusammenführen wollen Stephan Schröder, 
Dirk Schröter, Kathrin Kessen und Schulleiter Josef Zanders. N 
Berns Foto: berns
Leistungssport und ökonomisches Grundwissen bereits in der Oberstufe in der Knechtstedener Academy for Junior Managers zusammenführen wollen Stephan Schröder, Dirk Schröter, Kathrin Kessen und Schulleiter Josef Zanders. N Berns Foto: berns

Knechtsteden Die Star-Kicker der Bundesliga tun es - mit einigen Kontakten und wenig Ahnung. Sie tummeln sich nach dem Karriere-Ende im Sport-Business. Die Leistungssportler im Knechtstedener Internat, das zum nächsten Schuljahr eröffnet, können es neben Studium und Sport auch machen - mit vielen wichtigen Kontakten und jeder Menge Ahnung.

Den Grundstein dazu legt ab Samstag die Academy for Junior Managers (AJM). Sie bietet einen eigenen Zweig Sportökonomie. Er basiert auf dem wirtschaftlichen Basiswissen, das die AJM vermittelt. Elf der insgesamt 54 AJM-Schüler aus dem Norbert Gymnasium, aber auch aus den umliegenden Schulen, haben sich für diese Ausbildung entschieden.

„Die Spezialisierung erfolgt im zweiten Jahr der AJM“, erläutert Schulleiter Josef Zanders. Und auch dann bleiben die Grundelemente des Basiswissens erhalten: „Dann geht es in dem einen Kursus um Wirtschaftsrecht, in dem anderen über Sportrecht“, erläutert AJM-Beratungslehrerin und Leistungsschwimmerin Kathrin Kessen das konkrete Vorgehen.

Info

Norbert Campus
Die Ausbildung Sport-Ökonomie zählt zum Norbert-Campus Knechtsteden, mit dem Schulleiter Josef Zanders die Idee des Klosters als geistlichem und geistigen Mittelpunkt aufgreifen will. Zu dieser Idee zählen das Medienzentrum, die Academy for Junior Managers und das Sportinternat. Ab Februar soll ein Fachhochschulstudium Ökonomie folgen.

Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Freitag ein Zur Sache mit dem Titel: "Jugendgerecht" und ein Porträt über Stephan Schröder.

Themen im Fach Sportökonomie sind unter anderem Sportanlagenmanagement mit der Planung einer Anlage, Sportorganisation, Gesundheitsmanagement, Sponsoring, um nur einige Bereiche zu nennen. Neben der Theorie wird in Praktika und Übungen ein enger Praxisbezug angestrebt.

Für Josef Zanders ist es dringend an der Zeit, sich diesem Bereich zu öffnen: „Der Sportbranche werden für die kommenden Jahre weitere Wachstumspotenziale vorausgesagt. Da sportbezogene Angebote an unserer Schule Tradition haben, war es nur logisch, dass wir nun auch eine Zusatzausbildung im Bereich Sportökonomie anbieten.“

Die Liste der Dozenten liest sich wie das Who is Who der deutschen Sportökonomie. Zu ihnen zählen Stephan Schröder, Mitglied der Geschäftsleitung von Sport + Markt aus Köln, und Dirk Schröter, diplomierter Sportökonom und einer der führenden Sportmarketingberater, der aus Dormagen stammt und heute in Neuss lebt.

Dazu zählen aber auch Christian Jost, der den Berlin-Marathon managt, Dr. Hans Ulrich, Geschäftsführer des IST Studieninstituts für Sport, Freizeit und Tourismus in Düsseldorf und Dr. Holger Niese, Justiziar des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Die Berufsaussichten der Sport-Ökonomen schätzten Schröder und Schröter hervorragend ein. Laut Schröter liegen die sportbezogenen Umsätze allein in Deutschland bei 27 Milliarden Euro, etwa 1,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Anzahl der bezahlten Stellen im Sport liegt nach einer aktuellen Erhebung im Sportentwicklungsbericht des Deutschen Olympischen Sportbundes bei rund 240 000 Männer und Frauen - Tendenz steigend.

Allein in Deutschland investierten Unternehmen im vergangenen Jahr 2,5 Milliarden Euro in Sport-Sponsoring. Auch wenn Bayer und andere Unternehmen angekündigt haben, sich zunehmend auf dem sozialen und dem Bildungssektor zu engagieren, so sieht Schröter diese Größenordnung nicht gefährdet: „Letztlich wird immer die Faszination der Massen den Ausschlag für das Sponsoring geben.“ Die Berufschancen schätzt Stephan Schröder positiv ein.

So beschäftigt alleine Sport + Markt, das sich seit seiner Gründung 1986 zu einem weltweit führenden Forschungs- und Beratungsunternehmen im internationalen Sportmarketing entwickelt hat und Top-Player auf den Werbemärkten, der unter anderem adidas, BMW, Bayern München, Sportfive oder den DFB betreut, rund 500 Menschen. Schröder: „In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Sportbranche zunehmend professionalisiert. Personell aber gibt es auf allen Ebenen noch erheblichen Nachholbedarf.“

Leistungssportler, Sportinternat , neben der Abiturvorbereitung AJM, Sportökonomie-Studium, Sportmanager - eine Knechtstedener Karriere der Zukunft.

Quelle: NGZ


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